Gibt es Masken-Panik bei Hunden, Herr Kümmel? - meinanzeiger.de
7. Mai 2020
Apolda

Gibt es Masken-Panik bei Hunden, Herr Kümmel?

Serie: Nur eine Frage?

Foto: freegr/Pixabay

Foto: freegr/Pixabay Ja, die kann es geben. Ich kenne einige ­Fälle. Leider besteht vorrangig die Meinung, dass Hunde Menschen ausschließlich über den Geruch zuordnen können. Dabei besteht die Wahrnehmung bei Hunden aus einem ­Gemisch – aus Körpersprache, Stimme, Mimik und auch Mischgeruch. Und manche Tiere ­erkennen sogar die Stimmung von Frauchen / Herrchen an der Mundwinkelstellung. Hunde können uns lesen. Erst der Mix aus Merkmalen lässt den Hund erkennen, um was für eine ­Person es sich handelt.

Ist das Gesicht durch einen Mund-Nasen-Schutz bedeckt, fehlen anfänglich wesent­liche Aspekte zum Erkennen des Menschen. Der Hund ist irritiert, kurz verwirrt, durchlebt eine Schrecksekunde. Und die kann unterschiedlich ausgeprägt sein.

Thomas Kümmel, HS „Passion“

ommt ein Fremder „vermummt“ daher, kann es beim Hund mit ausgeprägtem Schutztrieb zum Knurren und Zuschnappen kommen. Ein ängstliches Tier kann durch Zähnefletschen, Knurren und Rückwärtsgehen auffallen. Ein extrem angst­voller Hund kann mit hohem Bellen, extremem Ausweichen, ja Panik rea­gieren. Und Mischformen bei diesen drei Typen gibt es auch.

Natürlich erkennt der Hund Bezugspersonen – auch mit Maske – schneller. Denn Hunde sind gute Beobachter und Wahrnehmer. ­ „Ver­mum­mte“ Fremde sollten vorsichtig sein, auch wenn sie das Tier kennen. Sie müssen dem Hund die Möglichkeit geben, sich an weiteren Merkmalen zu orientieren. Halter sollten in der Masken-­Tragezeit ihr Tier im öffentlichen Raum angeleint führen. Den Hund kann man spielerisch an den Mundschutz gewöhnen: Maske abwechselnd auf- und absetzen. Und alles in Ruhe.

Notiert von: Thomas Gräser

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