16. Oktober 2021
Apolda

Worte zum Sonntag

Kirche muss lebendig bleiben

Leere Kirchenbänke sind keine Seltenheit. Es fehlen Menschen, die Kirchen besuchen und einer Gemeinde das Leben geben. Foto: Pixabay

Firmen schließen: Keine Aufträge! Kirchen machen dicht: Keine Leute! Hunderte ­Kirchengebäude müssen in den kommenden Jahren schließen, lautet eine Prognose. Es fehlen Menschen, die Kirchen besuchen und einer Gemeinde das Leben geben. Nun werden manche fragen, weil in den Städten neben den Bankentürmen und Konsumtempeln andere Heiligtümer in die Höhe wachsen: Was wird aus der Kirche? Stehen die Münchener Liebfrauenkirche, der Hamburger Michel und das Ulmer Münster nur noch für große Baukunst vergangener Zeiten und werden Museen?

Vielerorts wird im Herbst ein fröhliches Kirchenfest ­begangen, man spricht von „Kirchweih“, „Kerwa“ oder „Kirmes“ (Kirch-Messe). ­Gemeint ist das Gleiche: Eine Gemeinde feiert ihre Kirche. Für manche ist die Lebens­geschichte mit ihrem Gotteshaus verbunden. Sie wurden vor dem Altar getauft, kon­firmiert und getraut. Dabei geht es nicht nur um heilige Mauern, sondern um die ­Gemeinschaft mit anderen Menschen und die spürbare Nähe Gottes. Die Bibel nennt die Liebeserklärung eines Gläubigen: „Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort, da ­deine Ehre wohnt“ (Psalm 26,8).

Sei es eine traditionsreiche Kirche oder ein modernes ­Gemeindehaus: Menschen machen Kirche, deren Mitte Jesus Christus ist. Mit Kirmeskuchen und Festgottesdiensten wird einmal im Jahr Kirchweih gefeiert. Doch ­Gottesdienste und Bibel­wochen gibt es das ganze Jahr. Sorgen Sie dafür, dass Kirche ­lebendig bleibt.

Gesegnete Zeit.

Egmond Prill Theologe & Journalist © Egmond Prill – Alle Rechte vorbehalten. www.egmond-prill.de www.meinanzeiger.de/prill

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