Glasprodukte aus Gehlberg erlangten einst Weltruhm - meinanzeiger.de
6. Februar 2018
Arnstadt

Glasprodukte aus Gehlberg erlangten einst Weltruhm

Serie Mein Museum

Die Ultradur- Röntgenröhre ist die größte in Gehlberg gefertigte Röhre.

Die Ultradur- Röntgenröhre ist die größte in Gehlberg gefertigte Röhre.

Die erste industriell gefertigte Röntgenröhre kam aus Thüringen, aus dem kleinen Bergdorf Gehlberg. Ein technisch interessierter Glasmeister machte den Ort weltberühmt. Daran erinnert noch heute ein Museum, betrieben vom  Verein Gehlberger Glastradition. Vereinsvorsitzende Martina Schulz empfiehlt dieses Museum.

Was gibt‘s Musehenswertes?

Der Museumspark zeigt eine große Vielfalt: Das Glasmusem gibt einen Einblick in die 350-jährige Geschichte der Gehlberger Glastradition. Die Heimatstube erinnert mit ihren Ausstellungsstücken an längst vergangene Zeiten. Das im Dezember 2017 neu eröffnete Schneekopfkugel-­Kabinett macht auf die mineralogischen Besonderheiten der Schneekopf-Gipfelregion aufmerksam. Neu geschaffen ist die Wilderer-Ausstellung. Sie zeigt, wie die Menschen – vom Hunger geprägt – zu Zeiten der Herzöge heimlich wilderten, um ihr Überleben zu sichern. Präparierte Tiere, Fallen und Geschichten von Wilddieben ergänzen die Ausstellung.

Woran führt kein Weg vorbei?
Das Museum befindet sich im ältesten Gebäude des Ortes, dem Herrenhaus – erbaut im Jahr 1709. Im 19. Jahrhundert ist es das Wohnhaus der Glasfabrikanten-Familie Gundelach, die von Gehlberg aus Weltruhm erlangte. Nur sechs Wochen nach Entdeckung der X-Strahlen durch Wilhelm Conrad Röntgen wurden hier 1897 die ersten industriell hergestellten Röntgenröhren gefertigt.

Außer der Reihe:
Zum Museumstag im Mai und zum Tag des offenen Denkmals im September finden Sonderveranstaltungen statt. Freitags ab 14 Uhr ist ein Glasbläser im Haus, der Vorführungen macht.

Ihr liebstes Stück?
Das sind gleich zwei, die in enger Verbindung zueinander stehen. Zum einen ist es eine der ersten weltweit industriell gefertigten Röntgenröhren, produziert in Gehlberg. Ein besonderer Schatz dazu ist die Goldmedaille von der Weltausstellung in St. Louis aus dem Jahr 1904. Diese erhielt die Gehlberger Firma Gundelach für diese innovativen Glasprodukte. Es ist die höchste, zur damaligen Zeit vergebene Auszeichnung.

Sind auch Kinder ­museumsreif?
Wir planen gerade noch ein Wissensquiz für Kinder, in Verbindung mit einem Kinderpfad durch das Museum.

Museums-Rundgang:
Dafür sollten 45 Minuten eingeplant werden.

Museum for you:
Die Beschriftung der ­neuen Wilderer-Ausstellung ist zweisprachig, in Deutsch und in Englisch. In Planung sind weitere Sprachboxen, verteilt im gesamten Museum. Diese werden dann dreisprachig sein, in Deutsch, Englisch und Holländisch.

Das muss gesagt werden:
1681 wurde zwischen Gehlberg und Oberhof der letzte Braunbär in Mittelthüringen geschossen. Wir sind stolz, einen präparierten Braun­bären, neben vielen anderen heimischen Tieren, zeigen zu können. Nach dem Museumsbesuch kann man sich im hauseigenen Café stärken.

Thüringer Museumspark
Glasmacherstr. 1
98559 Gehlberg


Öffnungszeiten:
Mai bis Oktober: Mittwoch bis Sonntag  -11 bis 17 Uhr
November bis April: Mittwoch bis Sonntag – 10 bis 17 Uhr 

Kontakt:
036 845 / 50 433
Thüringer Museumspark

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