2. Mai 2017
Arnstadt

Selten so gelacht! Im Mai Aktionen rund um die Lachmuskeln in Erfurt und Arnstadt

Lachen bis der Arzt kommt – das ist ganz und gar nicht komisch. Bewohner eines indischen Dorfes sollen einen mehrwöchigen Lachanfall gehabt haben. Da wäre es beinahe ernst geworden… Obwohl, totlachen kann man sich laut Lachforschung nicht – im Gegenteil: Es ist ein gutes Training für den Körper, denn während eines lauten Gelächters sind 200 Muskeln aktiv.


1998 rief der indische Arzt Madan Kataria den Weltlachtag ins Leben – als Symbol des Weltfriedens und der globalen Freundschaft. Heute gibt es Lachclubs auf der ganzen Welt – auch in Thüringen, obwohl der Freistaat lachtechnisch zurückgeblieben sein soll. Das ist natürlich vollkommen lächerlich!
Am 7. Mai kann wer ­möchte mit professionellen Lachyogi in Erfurts Brühler Garten lachen. Darunter Lachyogalehrerin Kerstin Sauer­brey aus Arnstadt, die uns verrät, wo sie ihre Lachmuskeln am liebsten trainiert.

„Lachen ist gesund – mit und ohne Grund!“ Nach dieser Philosophie hat Kerstin Sauerbrey ihr Leben ausgerichtet. Zum Lachen fand sie durch ein Tal der Tränen und persönliche Krisen. Heute steckt die Arnstädterin mit ihrem Lachen an, hat 2015 im Bachstädtchen sogar einen Lachclub gegründet. Mit Blick auf den Weltlachtag am 7. Mai hatte AA-Redakteurin Jana Scheiding mit der zertifizierten Lachyogalehrerin gut lachen.


Wann ist Ihnen das Lachen vergangen?
Früher arbeitete ich als Kämmerin bei einer Gemeinde und musste Bürgermeister und Gemeinderäte öfter mit unliebsamen Wahrheiten über den Haushalt konfrontieren. Dieser Ärger machte mich krank. Ich musste dieses Tal der Tränen verlassen und stieß im Internet auf Lachyoga.

Ist Lachen ohne Grund nicht lächerlich?
Keineswegs. Unserem Körper ist es gleichgültig, ob wir mit oder ohne Grund lachen. Er setzt identische Prozesse in Gang. Glückshormone werden bereits mit dem Bewegen der Lachmuskeln freigesetzt.

Wer hat denn da zuerst gelacht?
Das war der indische Arzt Madan Kataria. Er traf sich mit Freiwilligen in einem Park in Bombay. Als ihm die Witze ausgingen, kam er auf die Idee, Yogaübungen mit Lachen zu verbinden. Heute gibt es Lachclubs auf der ganzen Welt, bei Kuren gehört Lachyoga zur Therapie. Eingesetzt wird es auch gegen Burnout und Depressionen. Es stärkt die Selbstheilungskräfte, baut Stresshormone ab und senkt das Schmerzempfinden.

Ist Thüringen ein Land des Lächelns?
Deutschland ist – lachtechnisch gesehen – ein Entwicklungsland, vor allem der Osten. Und dazu gehört leider auch Thüringen.

Jetzt vergeht mir aber auch gleich das Lachen…
Da wären Sie nicht allein. Kinder lachen etwa 400 Mal am Tag, Erwachsene bringen es auf 15 Mal. Selbst unsere Großeltern lachten öfter als wir heute, obwohl es uns tausendmal besser geht.

Weshalb haben wir nicht mehr viel zu lachen?
Das liegt an uns selbst. Wenn Menschen hierzulande aufeinandertreffen, sprechen sie meist über Krankheiten, Misserfolge und so weiter – sie erzählen einander schlechte Geschichten. Das belastet sowohl Erzähler als auch Zuhörer. Erst drei positive Gedanken wiegen einen negativen auf. Der Weltlachttag will die Menschen wieder zum Lachen bringen und eine Friedensbotschaft um die Erde schicken.





Zur Sache:
6. Mai: 10 bis 16.30 Uhr Lachyoga zum Thüringer Frauensporttag, Bad Blankenburg.
7. Mai: Weltlachtag. 13.30 bis 14.30 Uhr lacht die ganze Welt. In Erfurt lachen vier Lachyogi mit Jedermann im Brühler Garten.
13. Mai: 9.30 Uhr Workshop mit Lachyogi Kerstin Sauerbrey, VHS Arnstadt.
10. Mai: Lachclub trifft sich im Stadtpark von Arnstadt.

www.lachen-mit-kerstin.de
www.lachclub.info

Buchtipps: „Der Arzt in uns selbst – wie Sie Ihre Selbstheilungskräfte aktivieren können“ (Norman Cousins); „Lachen ohne Grund. Eine Erfahrung, die Ihr Leben verändern wird“ (Madan Katari); „Das kleine Buch der Lachübungen“ (Manfred Leitner).

Lachen ist gesund, weil über die schnellere Atmung der Blutfluss verbessert und das Immunsystem gestärkt wird. Dennoch dürfe die therapeutische Wirkung nicht überschätzt werden, warnen Mediziner. Lachen könne Selbstheilungsprozesse im Körper begünstigen, Krankheiten heilen könne es wahrscheinlich nicht.
Die Wissenschaft der Auswirkungen des Lachens nennt man Gelotologie.
Frauen lachen angeblich mehr als Männer.

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