Was für den Menschen ein „schöner“ Brauch ist für Tiere unnötiger "Stress" - meinanzeiger.de
20. Dezember 2019
Arnstadt

Was für den Menschen ein „schöner“ Brauch ist für Tiere unnötiger „Stress“

"Tierische Angst"

„Tierische Angst“ vor Weihnachtsmärkten und Silvester- Tiere als Weihnachtsgeschenk!!??!

Was für den Menschen ein „schöner“ Brauch ist, kann manche Tiere regelrecht in Panik versetzen und Angstverhalten auslösen.

Der Erfurter Weihnachtsmarkt sicher einer der schönsten in Deutschland vom menschlichen „Standpunkt“ aus gesehen. Bei einem Besuch (ohne Hund) fiel mir aber wieder auf, dass doch einige „Hundefreunde“ Ihre „Lieblinge“ in dem „Menschengewühl“ mit „dabei haben wollten/mussten!“ Auch in dem Sachwissen, dass jeder Hund sein Individualverhalten hat- und auch entsprechend mit entsprechenden antrainierten, sozialen Verhalten unterschiedlich auf Stress-Situationen reagiert (z. Bei Blindenhunden)

Aber mag der Weihnachtsmarkt-Besuch für Zweibeiner ein traditionell-beschwingter Ausflug sein – für Vierbeiner ist er eine Tortur die man seinem vierbeinigen Freund ersparen sollte. Der Vierbeiner hat keine Freude auf dem Weihnachtsmarkt sondern es bedeutet einen enormen Stress: Es ist viel zu laut, er sieht nur Füße der Menschenansammlungen; viele Gerüche; Enge; Starre Blicke; Anrempeln; Angetrunkene, Scherben, Verletzungsgefahr i.V.m.!

Immer wieder wird in den Medien von „Experten“(so auch in der TA-20.12.19) darauf hingewiesen: „Tiere“ gehören nicht als Geschenke „unter den Weihnachtsbaum!!“ Ich meine dazu: „Ob nun in der Vorweihnachtzeit- und/oder am „Heilig-Abend“ und/oder der Nachweihnachtszeit – kommt nicht auf den Zeitraum an, wenn man sich ein Tier „anschafft“ oder „verschenkt!!!“ Sondern -: Bevor ihr neues Familienmitglied auf vier Pfoten -Ob Hund oder Katze oder ein anderes Haustier bei Ihnen einzieht, gibt’s einiges zu klären. Alle, die sich ein Haustier anschaffen wollen, sollten sich im Vorfeld folgende Fragen stellen: die Haltung eines Tieres sollte nicht spontan und unüberlegt erfolgen, sehr gut vorbereitet sein, es müssen alle -für das jeweilige Haustier- artgerechten Haltungsbedingungen vorliegen, Zeit und Sachverstand gehört dazu und nicht zuletzt sollten auch an die Voraussetzungen für laufenden Unterhaltskosten (Futter, Pflege; Tierarzt u.a.) vorhanden sein.

Und wieder steht nach Weihnachten die lauteste und bunteste Nacht des Jahre steht bevor und für viele unsere Haustiere und viele Nutztiere sowie auch Wildtiere damit die stressigste Nacht des Jahres.

Und schon vor der eigentlichen Silvesternacht ist Vorsicht angebracht. Speziell Hunde sollten bereits an den Tagen vor Silvester in bewohnten Gebieten nur noch an der Leine Gassi gehen. Plötzlich gezündete Knallkörper können auch Katzen so aufschrecken, dass sie in Panik davonlaufen. Die Tierheime können jedes Jahr wieder ein „Lied davon singen!!“

Weidetiere, wie z.B. Pferde, sind Fluchttiere. Es versteht sich für jeden verantwortungsvollen Pferdehalter von selbst, die Tiere während des Jahreswechsels nicht unbeaufsichtigt zu lassen. Die Vierbeiner sollten rechtzeitig in ihren Stall geholt werden wenn es möglich ist. In der Nähe von „Dauerweiden“ oder Tiergehegen sollte die Silvesterknallerei völlig unterbleiben.

Die Silvesterknallerei belastet auch die wild lebenden Tiere in Wald. Daher sind Feuerwerke an Waldrändern und -lichtungen oder in Parkanlagen zu vermeiden.

Wer einen Beitrag zum Tier- Umwelt-und Naturschutz leisten möchte, sollte einfach auf Raketen und Feuerwerkskörper verzichten – das so gesparte Geld kann/könnte auch anders und sinnvoller eingesetzt werden!

Eckehard Dierbach (Plaue) ( hier nicht zur Profilierung meiner Person sondern als langjähriger Tierschutzberater-Hundefreund-Veterinär-Tierwirt)

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