8. Mai 2017
Arnstadt

Zum Teufel mit den bösen Drachen – Daniela Vanreusel lässt lieber Bären steppen

Die Arnstädter Autorin schreibt lieber von niedlichen Bären und fliegenden Füchsen als von Hexen und bösen Drachen. Deshalb eignet sich ihr erstes Kinderbuch auch bestens als Gute-Nacht-Geschichte.



Hexen, Ritter, Drachen und Monster sind Protagonisten unendlich vieler Geschichten. Für ihr erstes Kinderbuch schwebte der Autorin Daniela Vanreusel etwas Niedlicheres vor. Und so berichtet sie von dem Koalabären Euko und einer Horde fliegender Füchse. Anregungen dafür holte sich die Autorin in Australien.
AA-Redakteurin Jana Scheiding plauderte mit der ehemaligen Arnstädterin, die ihr Buch auch auf diesem Portal vorstellt.


Vanreusel ist ein ungewöhnlicher Name. Woher stammt er?
Von meinem Mann – er ist halb Brite, halb Belgier. Ich lernte ihn bei einem Berufspraktikum in Bristol kennen.

Und jetzt haben Sie Ihr Herz nicht nur an ihn, sondern auch an Heidelberg verloren?
(lacht). Nein, die Stadt ist mir eigentlich zu groß. Nicht zu vergleichen mit meiner Heimat Arnstadt. Vier, fünf Mal im Jahr besuche ich meine Eltern und Freunde. Uns hat es beruflich nach Baden-Württemberg verschlagen – wir sind beide Lehrer.

Sie unterrichten Steuerrecht – nach diesem trockenen Tagwerk lassen Sie abends Ihrer Fantasie freien Lauf…
So ist es. Schreiben kann ich tatsächlich nur abends, weil ich zwei Söhne im Vorschulalter habe. Mein Mann hat sich als unentbehrliche Haushaltshilfe erwiesen, wofür ich ihm sehr dankbar bin.

Wie lange haben Sie für Ihr erstes Kinderbuch gebraucht?
Mehr als zehn Jahre. Ich war 2005 in Australien und begann danach mit dem Schreiben. Es wollte mir aber nicht gelingen. Vielleicht deshalb, weil ich damals keine Bindung zu Kindern hatte. Das ist heute anders. Mein älterer Sohn hatte einige Illustrationen gesehen und wollte mehr davon. Es kam öfter vor, dass er sagte: „Mama, male lieber weiter, ich gehe allein ins Bett“. Das gab mir die Kraft.

Was ist besonders an Ihrem Buch?
Geplant hatte ich ein Bilderbuch, doch es wurde mehr daraus und so teilte ich die Geschichte in Kapitel ein. Der kleine Koalajunge Euko freundet sich mit dem Koalamädchen Lola an und beide finden heraus, dass irgendetwas ihren Lieblingseukalyptusbaum zerstört. Am Ende jedes Kapitels schicke ich den kleinen Koalabären schlafen, so dass sich das Buch bestens als Gute-Nacht-Lektüre eignet.

Wie erlebten Sie in Australien Koalabären und fliegende Füchse?
Die Füchse, etwa 20 Zentimeter groß, hängen wie Fledermäuse an den Bäumen. Man muss genau hinschauen, um sie zu erkennen, sie sind von der Natur gut getarnt. Ebenso die Koalabären. Der Naturführer empfahl uns, am Boden nach den Exkrementen zu suchen. Wo wir etwas fanden, schauten wir nach oben und entdeckten die Bärchen in den Bäumen. Sie bewegen sich sehr langsam, deshalb lassen sie sich gut beobachten.

Was ist die Botschaft Ihrer Erzählung?
Kinder sollen weltoffen sein und mit Toleranz durchs Leben gehen. Ich selbst erlebte auf meinen Reisen sehr viel Gastfreundschaft und menschliche Verbundenheit. Ich denke, wenn man solche Werte weitergibt, ist die Welt in Ordnung.

Wird es eine Fortsetzung der Koalageschichte geben?
Die ist schon in Arbeit. „Euko und der abgestürzte Pelikan“ gefällt mir sogar noch besser als der erste Teil.


Zur Sache:
Daniela Vanreusel verbrachte ihre Kindheit und Jugend in Arnstadt, machte 1994 Abitur und studierte Betriebswirtschaftslehre in Bayreuth. Bei einem Praktikum in Bristol lernte sie ihren heutigen Ehemann kennen. Mit ihm hat sie zwei Söhne.
Heute arbeitet Vanreusel als Berufsschullehrerin für Steuerrecht in Heidelberg.
„Euko und die fliegenden Füchse“ ist ihr erstes Kinderbuch. Erhältlich ist es im Buchhandel, über den Carow-Verlag (ISBN: 978-3-944873-06-0) oder als E-Book.
Da immer mehr Koalas in ihrem natürlichen Lebensraum bedroht sind, spendet der Verlag für jedes verkaufte Buch einen Beitrag an die Tierschutzorganisation „Friends of the Koala Inc.“ im ostaustralischen New South Wales.

http://www.meinanzeiger.de/arnstadt/kultur/arnstaedterin-entfuehrt-kleine-und-grosse-leser-nach-australien-d67589.html

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