Aus „Butzemannhaus“ wird Wohnen Ü 50 - meinanzeiger.de
3. Februar 2020
Bad Langensalza

Aus „Butzemannhaus“ wird Wohnen Ü 50

Mühlhäuser Unternehmer baut Kindergarten um: 35 Wohnungen entstehen in den kommenden Jahren.

In der ehemaligen Kindertagesstätte plant Investor Uwe Jenner über 35 Wohnungen. An Fenstern, Wänden und Decken erinnern viele Zeichnungen und Malereien an tausende Kinder. Foto: Götze

Aus der ehemaligen Mühlhäuser Kinder­tagesstätte an der Garten­straße sollen 35 Wohnungen mit einer Größe zwischen 50 und 100 Quadratmetern auf vier Etagen entstehen. Im Neubaugebiet Gartenstraße wurden zu Beginn der 1980er-Jahre nicht nur zehn Wohnblöcke, ein Altersheim und eine Kaufhalle sondern auch eine Kindertagesstätte mit Kindergarten und Kinderkrippe gebaut. Diese „Kinderkombination“ war die letzte, die zu DDR-­Zeiten in Mühlhausen entstand.

„Butzemannhaus“ damals dringend benötigt

Erste Leiterin war Jutta Brinkmann, die die dringend benötigte Kita im Sommer 1985 kurzfristig einrichten musste. Viele Gegenstände kamen nicht rechtzeitig, deshalb musste zunächst ­improvisiert werden.
Bis 2015 war das „Butzemannhaus“ in eine Haus­hälfte neben den „Unstrutwichteln“ umgezogen. Nach der Schließung des Kindergartens wurde das Grundstück von der Stadt zum Verkauf ausgeschrieben und 2016 an den Meistbietenden verkauft. Der Käufer und jetzige Bauherr hat auch schon das 2009 geschlossene Albert-Schweitzer-­Gymnasium in einen Wohnpark umgebaut.

Vorarbeiten nehmen viel Zeit in Anspruch

Die Fertigstellung erfolgt in mehreren Bauabschnitten. An Fenstern, Wänden und Decken erinnern viele Zeichnungen und Malereien an tausende Kinder, die seit 1985 hier im Kindergarten, in der Tagesgruppe und im Hort betreut worden sind. In Hochzeiten wurden hier täglich circa 200 Kinder betreut.
„Die Vorarbeiten nehmen viel Zeit in Anspruch“, ­erklärt Investor Uwe Jenner. Da es sich um einen sehr solide errichteten DDR-­Beton-Bau handelt, sind die Abriss­arbeiten doch etwas auf­wändiger. „Jeder Gruppenbereich hatte seine eigenen sanitären Anlagen. Da ­kommen auf das ganze Gebäude gesehen schon mal 70 WCs und knapp 100 Waschbecken zusammen.“ Alle Einbauten wie die Essensaufzüge werden ausgebaut. Die Trennwände müssen ­abgebrochen werden. Letztendlich wird die gesamte Elektro-, ­Heizungs- und Sanitäranlage neu ­gestaltet.

Mieter über 50 Jahre sollen angesprochen werden

Aus den Gruppenräumen werden die Wohnbereiche, die jeweils in Zwei- oder Dreizimmerwohnungen aufgeteilt sind. Alle Wohnungen sind modern zugeschnitten und haben große Wohnzimmer mit anschließendem Balkon. Die Bäder sind modern und haben Tageslicht. Das ­Gebäude erhält einen Aufzug.
Uwe Jenner möchte mit diesem Wohnkonzept speziell Mieter über 50 Jahre (Ü 50) ansprechen. Hinter dem Haus entsteht für sie ein Parkplatz mit ­Carport. Jeder ­Mieter kann seinen Einkauf, ohne eine Stufe zu ­erklimmen, in seine Wohnung ­bringen. Außerdem wird es einen großzügigen Garten mit Sitz­gelegenheiten sowie ein ­großes Gartenhaus als Stätte der Begegnung geben, verspricht der Investor.

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