Das Viertelfinale vor Augen - THC fährt klaren Sieg ein - meinanzeiger.de
27. Januar 2020
Bad Langensalza

Das Viertelfinale vor Augen

Thüringer HC: Handballerinnen gewinnen erstes Duell gegen Debrecen

Beate Scheffknecht zeichnete sich als beste Werferin aus. Foto: Jens Henning

Von Jens Henning

Einen solch klaren Sieg konnte man für die Handballerinnen des Thüringer HC nicht erwarten im ersten Duell der beiden Top-Teams der Haupt­gruppe im EHF-Cup. Mit 26:19 gewann die Mannschaft von Trainer Herbert ­Müller vorigen Samstag im ungarischen Debrecen. Durch den dritten Sieg im dritten Spiel hat sich die Ausgangsposition der THC-Frauen für das Erreichen des Viertelfinals deutlich verbessert.

Bemerkenswerter Sieg des THC trotz einiger Ausfälle

Beste Werferin beim siegreichen THC war Beate ­Scheffknecht mit acht Toren. Die Kapitänsfrau und etatmäßige Torschützin vom Dienst, Iveta Koresova, fehlte in Ungarn verletzungs­bedingt. Koresova war nicht der einzige Ausfall, den der THC an diesem Wochenende zu kompensieren hatte. Um so bemerkenswerter war der klare Sieg.

Vorzeitiger Staffelsieg theoretisch möglich

Theoretisch kann die ­Müller-Truppe am ­kommenden Sonntag im Rückspiel gegen Debrecen ab 14 Uhr in der Wiedigsburghalle in Nordhausen nicht nur das Weiterkommen perfekt machen, sondern auch den vorzeitigen Staffelsieg. „Das stimmt. Theoretisch könnte uns dann nur noch Kastamonu gefährlich werden, wenn die Türkinnen ihre letzten drei Spiele gewinnen würden. Dann wären sie mit uns punktgleich. Davon kann man aber nach dem bisherigen Verlauf der Gruppen­phase nicht ausgehen. Sie müssten dann gegen uns und auch in Debrecen gewinnen. Das ist sicher möglich, aber nicht realistisch. Wir haben also eine große Chance. Wenn wir ähnlich stark auftreten wie im Hinspiel sollten wir auch das Rückspiel für uns entscheiden können“, so Müller.

Klarer Sieg

Auch er war überrascht von der Deutlichkeit und von der Höhe des Sieges. Dass der Gegner im Vorfeld stärker geredet wurde, als er vielleicht tatsächlich ist, schob Müller bei Seite. „Wir waren in Debrecen voll fokussiert. Wir haben in der Abwehr sehr gut gearbeitet. Wir hatten mit Ann-Cathrin Giegerich eine überragende Torfrau zwischen den Pfosten. Dann kommt so ein klarer Auswärtssieg ­zustande. Für mich waren es die bisher besten 60 Minuten in dieser Saison. Ich bin stolz auf meine Mannschaft. Sie hat sich auf der internationalen Bühne fantastisch präsentiert.“

Partie gegen HSG Bad ­Wildungen

Am Mittwochabend steht für die Frauen des Thüringer HC noch die Bundesliga-­Partie bei der HSG Bad ­Wildungen auf dem Programm. Anwurf ist um 19.30 Uhr. Mit der HSG verbindet Herbert Müller nicht die besten Erinnerungen. „Gegen Bad Wildungen haben wir uns immer schwer getan. Das ist eine kämpferisch unheimlich starke Truppe. Wenn wir aber weiter im Rennen um die Deutsche Meisterschaft bleiben wollen, dürfen wir uns keinen Ausrutscher mehr erlauben. Wir müssen die Spannung hoch halten, gerade nach einem so guten Spiel“, fordert Müller.
Die eingefleischten Handball-Fans wissen sofort ­Bescheid, welches Spiel Müller meinte. Anfang 2018 patzte der THC bei der HSG und verlor nach einer 15:12-Halbzeitführung noch 27:30. Die Partie wurde im Nachhinein zu einer Art Wachrüttler. Im Sommer 2018 gab es dennoch das Happy End mit dem Gewinn der siebten und bisher letzten Deutschen Meisterschaft.

Dreikampf zeichnet sich ab

In der Bundesliga zeichnet sich nach dem vergangenen Wochenende nur noch ein Dreikampf ab. Die HSG ­Blomberg-Lippe, die im bisherigen Saisonverlauf so überraschte, kassierte vorigen Sonnabend im Bundesliga-Spiel beim Tabellenführer Borussia Dortmund eine empfindliche 19:32-Packung. Auch wenn Blomberg-Lippe in der Tabelle noch in Reichweite des THC ist, werden wohl nur Dortmund, Bietigheim und der THC um die Deutsche Meisterschaft spielen.

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