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31. März 2022
Box-Story

Endlich richtig scharfe Messer

Im Test: Der HORL 2 Rollschleifer – Made in Germany

Im Praxis-Test der Rollschleifer der Firma HORL: Die Magnetschleiflehre fixiert die Klinge im vorgegebenen Schleifwinkel - hier 20 Grad. Mittels der Diamatscheibe wird das Messer auf den Winkel eingeschliffen. Zur visuellen Kontrolle wende ich die Edding-Methode an. Auf der Schneide wird von beiden Seiten ein dünner Strich aufgebracht. Wenn dieser während des Schleifens nicht mehr zu sehen ist, stimmt der Schleifwinkel - das Messer ist scharf. Foto: Andreas Abendroth

Von Andreas Abendroth – Redaktion Sonderthemen bei FUNKE Medien Thüringen

Ich gebe es zu, mit dem Schleifen von Messern tue ich mich etwas schwer. Eigentlich dachte ich, das ist einfach, dass bekommst du spielerisch hin. Bei meinem Großvater musste ich früher oft das Sensenblatt dengeln und damit es während der Mahd schnittig bleibt, mit einem Wetzstein immer wieder abziehen. Doch Messer schärfen ist viel filigraner. Die Einhaltung aller wichtigen Parameter, besonders eines exakten Schleifwinkels, ist gar nicht so einfach. Verschiedenste Messerschleifer habe ich ausprobiert, auch das Verfahren mit einem Schleifstein, der zuvor gewässert werden muss. Die Messer fühlten sich scharf an, doch mehr auch nicht.

Das es auch einfacher geht, man als Laie ohne große Messerschleifkenntnisse immer richtig scharfe Messer bekommt, wurde mir mit dem Rollschleifer des Familienunternehmens Horl bewiesen. Und bei Messern zählt nicht die Theorie, sondern das praktische Ergebnis.

Nach dem Schärfen beweist es der Schnitttest: Das Messer gleitet förmlich durch die Tomaten und den Mozzarella – es hat eine perfekte Schärfe. Foto: Andreas Abendroth

Messer einfach und professionell schärfen

Der Rollschleifer besteht aus zwei Komponenten. Einem Rollschleifer und einer Magnetschleiflehre. Im Zusammenspiel dieser beiden Teile und mit etwas Geschick steht dem Ergebnis – scharfen Messern – nichts im Wege.

Die Magnetschleiflehre sorgt für einen perfekten Schleifwinkel. 20 Grad für eine stabile Gebrauchsschärfe. 15 Grad für eine ganz feine Schärfe der Klinge. Damit die Messer exakt in dem gewählten Winkel gehalten werden, ist die Lehre mit zwei starken Neodym-Magneten ausgestattet. So hat man immer den vorgegebenen Winkel anliegen und man kann nichts falsch machen.

Der zweite HORL-Bestandteil ist der Rollschleifer. Dieser ist auf der einen Seite mit einer Diamantschleifscheibe zum Schärfen der Messerklinge ausgestattet. Auf der anderen Seite befindet sich eine Keramikscheibe zum Abziehen der Klinge.

Die Funktion ist wirklich einfach. Das Messer wird – beim ersten Versuch nehme ich ein gängiges Küchenmesser, erst später traue ich mich an meine Messer aus Japanstahl – mit der Schneide nach oben an der Schleiflehre fixiert. Nun den Rollschleifer mit der Diamantscheibe an das Messer anlegen und mit der Griffrolle parallel zur Klinge vor und zurück rollen. Danach wird das Messer auf die andere Seite gedreht, die zweite Messerseite identisch behandelt.

Im Praxis-Test der Rollschleifer der Firma HORL: Die Magnetschleiflehre fixiert die Klinge im vorgegebenen Schleifwinkel – hier 20 Grad. Mittels der Diamatscheibe wird das Messer auf den Winkel eingeschliffen. Zur visuellen Kontrolle wende ich die Edding-Methode an. Auf der Schneide wird von beiden Seiten ein dünner Strich aufgebracht. Wenn dieser während des Schleifens nicht mehr zu sehen ist, stimmt der Schleifwinkel – das Messer ist scharf. Foto: Andreas Abendroth

Der richtige Schleifwinkel ist die Voraussetzung für Schärfe

Wichtig ist, dass der der richtige Schleifwinkel eingeschliffen wird. Um einen visuellen Eindruck zu bekommen, nutze ich die ersten Male die „Edding-Methode“.  Auf der Schneide wird von beiden Seiten ein dünner Strich aufgebracht. Wenn dieser während des Schleifens nicht mehr zu sehen ist, stimmt der Schleifwinkel – das Messer ist scharf. Auf jeder Messerseite mache ich bei diesem Messer 60 Rollbewegungen. Dann ist die Edding-Linie verschwunden. Nun wird der Rollschleifer auf die Keramik-Seite zum Abziehen gedreht. Hier reichen pro Seite 10 Rollbewegungen. Danach muss noch der Schleifstaub mittels Küchentuch entfernt werden.

Im Parxis-Test der Rollschleifer der Firma HORL: Nach wenigen Zügen mit dem Rollschleifer ist entlang der Schneide feiner abgeschliffener Metallstaub zu sehen. Foto: Andreas Abendroth

Voller Spannung setze ich das Messer auf eine Tomate. Und mit nur ganz leichtem Druck gleitet es durch die Frucht.

Von diesem sehr guten Ergebnis euphorisiert, möchte ich nun auch andere Messer schärfen. Zunächst mein oft genutztes Hackmesser. Um mit dem Rollschleifer auf die Höhe der Schneide zu kommen, lege ich ein Küchenbrett unter.

Bei Messern mit einer spitzen Klingenform nutze ich die Eindrehmethode mit dem Rollschleifer an der Messerspitze. So wird diese auch perfekt geschliffen.

Ein Mako fällt mir beim Test des HORL 2 mit ganz kleinen Messern auf. Die Klingen der Taschenmesser und eines Schälmessers sind so flach in der Höhe, dass sie nicht über die Schleiflehre herausragt. Quasi würde ich nicht die Messerklinge schleifen, sondern das Holz der Lehre. Bei früheren Schleiflehren gab es eine abgestufte Seite für kleine Messer. (Beim Horl 2 fiel diese weg, da es zwei Schleifwinkelseiten – 15 Grad und 20 Grad – gibt.) Das Messer lag dadurch erhöht an. Hier wäre ein kleines Zusatzteil sehr hilfreich, welches an dem Magneten angelegt werden kann. Mit ein wenig Geschick und Improvisation gelang es mir aber auch, diese Messer zu schleifen.

Mein Fazit: Im Test habe ich so ziemlich jede Messerart mit einer perfekten Schneide versehen können. Mit dem HORL 2 Rollschleifer ist das Messerschärfen ohne jegliche Vorkenntnisse möglich. Auch Messer aus hochwertigen Stahlen können geschärft werden, da nur die oberste Schneidphase mit dem Rollschleifer bearbeitet wird. Die Schärfeergebnisse haben mich überzeugt. Meine Empfehlung an das Schwarzwälder Familienunternehmen Horl und ihr Produkt – Made in Germany.

In einem Haushalt gibt es die verschiedensten Messerarten. Ebenso vielfältig sind die Angebote an Messerschärfern auf dem Markt. Doch letztendlich steckt alles im Detail der Anwendung des Gerätes und des eigenen Könnens. Eine falsche Nutzung kann schnell die Klinge ruinieren. Foto: Andreas Abendroth
Im Praxis-Test der Rollschleifer der Firma HORL: Das Set besteht aus zwei Teilen: dem Rollschleifer mit der Schleif- und Abziehscheibe und einer Magnetschleiflehre für den perfekten Winkel und zur Fixierung des Messers. Foto: Andreas Abendroth
Im Praxis-Test der Rollschleifer der Firma HORL: Mit etwas Geschick lassen sich auch Taschenmesser mit kleinen Klingen perfekt schärfen. Foto: Andreas Abendroth

Über HORL 1993:

Die Geschichte des Familienunternehmens aus dem Schwarzwald startet 1993 als nebenberufliches Projekt. Otmar Horl wusste, dass stumpfen Messern nur mit einem konstantem Schleifwinkel entgegenzukommen ist. Er entwickelt unterschiedliche Messerschärfe-Konzepte. Gemeinsam mit seinem Sohn Timo werden die Ideen weiterentwickelt. Das Ergebnis ist ein Rollschleifer aus Massivholz und Edelstahl, welcher Design und Funktionalität miteinander verbindet. 2020 kommt die zweite Generation des Rollschleifers auf den Markt. In diese lassen Timo und Otmar Horl den aktuellen Wissensstand und Erkenntnisse aus der ersten Generation einfließen. Die Holz- und Metallfertigung samt Lasergravur-Veredelung sowie Endmontage findet in der regionalen Umgebung statt.  „Nur so macht es für uns Sinn, nachhaltige Produkte zu fertigen“, wird betont. Das Ziel des Vater-Sohn-Gespanns ist es, Menschen zu begeistern und es ihnen zu ermöglichen Küchenmesser einfach und professionell zu schärfen.

Mehr Informationen unter: https://www.horl.com/

Ein Beitrag über „Scharfe Messer“ finden Sie unter: Vorsicht, sehr scharf! — meinanzeiger.de

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