Ungeschönte Melancholie - Bandprojekt "Veit Walter" - meinanzeiger.de
13. Januar 2020
Eichsfeld

Ungeschönte Melancholie

Das Eichsfelder Bandprojekt „Veit Walter“ will mit feinen Texten und mitreißendem Gitarrensound sein Publikum zum Tanzen bringen

Mit Gitarre und authentischen Texten wollen „Veit Walter“, das Bandprojekt von Veit Walter Lamprecht (rechts), ihr Publikum begeistern. Foto: Gregor Mühlhaus

Von Gregor Mühlhaus

Nur ein Projekt sollte es werden: ein Sänger, liebevolle Texte und eine Band, die sich immer mal wieder zusammenfindet und anspruchsvolle Konzerte spielt.

Musiker gibt zum Jahresende Konzert im Eichsfeld

Der Frontmann, der den Ton angibt, ist Veit Walter Lamprecht aus Uder. Der Musiker ist seit Jahren mit seiner Band „Amplitude“ im Eichsfeld und darüber hinaus unterwegs. Aber für sein Projekt „Veit Walter“, so der Name der Projektband, hat sich der junge Mann einen hervorragenden Schlagzeuger und drei etablierte Gitarristen gesucht, um Musik zu produzieren, die unter die Haut geht. „Wir haben vor dem Jahreswechsel ein Konzert in der evangelischen Kirche St. Peter und Paul in Worbis ­gegeben. Es war ein Abend, wie er zum Jahresabschluss nicht hätte schöner sein können“, erzählt Lamprecht.

Abschalten, Nachdenken und Abholen lassen

Der junge Musiker hat das Konzert „Im Spiel der Zeit“ genannt. „Viele leiden unter einem gewissen Weihnachtsstress, anderen wiederum fällt die Decke auf den Kopf. Wir wünschen uns, dass die Zuhörer bei unseren Liedern abschalten, nachdenken und sich abholen lassen“, sagt der 34-Jährige. Gerade um den Jahreswechsel würden viele zurückblicken und das, was sie erlebt haben, Revue passieren lassen.

Musik spricht eigene Sprache

„Im Spiel der Zeit“ ist auch eines der Lieder, die der Eichsfelder für sein Konzert ­geschrieben hat. Lamprecht hat die Texte der Kombo selbst verfasst. Er schreibt, was ihm einfällt, verarbeitet Erlebnisse und lässt die Hörer Teil dieser werden. Der Frontmann, der auch Gitarre und Trompete spielt, singt von einem „Mädchen auf der Fensterbank“, das Augen aus dem Märchenland hat. In der Ballade „Die zweite Seele“ erzählt er, dass zwei Hände mehr sind als eine starke Hand. Die Textpassage „Wenn ich dir beide Hände reiche“ ist auch eine Liebeserklärung an einen einmaligen Menschen. „Ich nehme deine Hand und lasse sie nicht mehr los. Ich nenne es nicht Liebe. Das wäre zu klein für uns…“, bringt Lamprecht seine Gefühle zum Ausdruck. Der Titel „Sommer lang geträumt“ ist eine Romanze, bei der die Nacht zum Tag wird. Sie ­erzählt von der Sehnsucht nach einer Sommerliebe, die nie zu Ende gehen solle. Die Musik von „Veit Walter“ spricht eine eigene Sprache. Lamprecht singt davon, wie wichtig es ist, dass das sogenannte Kuschelhormon Oxytocin ausgeschüttet wird. Es mache glücklich, beruhige und entspanne, sagt er. Und so heißt es: „Hey du, lach doch mal, ich glaub‘ es fehlt Oxytocin.

Mitreißen durch Tanzen

Das Leben ist viel zu kurz, um dich nicht lachen zu sehen.“ Während der Lieder tanzt Lamprecht auch schon mal wie ein Flummi durch die Reihen und holt mit seiner mitreißenden Art auch die letzten Tanzmuffel ab. Der Eichsfelder gibt den Takt an und genießt die Atmosphäre um sich herum.

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