8. Oktober 2021
Eichsfeld

Pflegeeinsatz für die Binsenwiese

Bei Reichenbach am Hainichrand wurde Hand angelegt

Reichenbach

Eine selbstfahrende Mähraupe mit Doppelmesserbalken wurde erstmals auf der Niedermoorfläche erprobt, die durch große Maschinen nicht befahren werden kann. Foto: Dr. Juliane Vogt

Anfang Oktober kam es zu einem besonderen Pflegeeinsatz auf der artenreichen Nasswiese „Binsenwiese“ bei Reichenbach. Erstmals wurde eine besonders schonende Mahdtechnik erprobt. Die am Vorhaben beteiligten Partner, die Wildtierland Hainich gGmbH mit ihrer Natura 2000 Station Unstrut-Hainich/Eichsfeld als Projektträger, der Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal sowie der Nationalpark Hainich führten diesen Pflegeeinsatz gemeinsam durch. Unter Einsatz neuer Mahdtechnik wurde die Fläche gemäht, das Mahdgut mit vielen Helfern abgerecht und abgefahren. So kann die artenreiche Nasswiese mit ihrem Reichtum an Orchideen und gefährdeten Insekten- und Amphibienarten erhalten werden.

„Nachdem unsere Erstpflege im vergangenen Herbst einen wunderbaren Blüherfolg von Orchideen und anderen Blühpflanzen im Frühsommer 2021 erbracht hat, möchten wir die positiven Effekte durch eine regelmäßige Pflege sichern“, erklärt Anne-Louise Fritz Projektleiterin des Naturschutzprojekts „Renaturierung von Kalktuffquellen und kalkreichen Niedermooren“. „Mehr als 300 Exemplare des Breitblättrigen Knabenkrautes (Dacylorhiza majalis) konnten wir im Sommer zählen“, so Fritz weiter.

Binsenwiese ist eine Seltenheit

„Sumpfwiesen mit Kalkniedermoor-Charakter wie die Binsenwiese sind sehr selten in unserer Landschaft geworden. Anfang der neunziger Jahre wurden auf der Binsenwiese noch zahlreiche Orchideenarten wie beispielswiese der Sumpf-Stendelwurz nachgewiesen, die 2020 weitestgehend verschwunden waren“, erläutert Arne Willenberg, Mitarbeiter für Arten- und Biotopschutz beim Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal. Früher wurden solche Feuchtwiesen landwirtschaftlich für die Heuproduktion per Hand genutzt. Heute ist die Nutzung nicht mehr rentabel.

Bei der Maßnahme kam in diesem Jahr zusätzlich spezialisierte Technik zum Einsatz: Eine selbstfahrende Mähraupe mit Doppelmesserbalken erleichtert die Arbeit der Ranger und wird für diesen Zweck erstmals erprobt. Doppelmesserbalken haben im Vergleich zu anderer Technik die geringsten negativen Einflüsse auf Insekten und Amphibien. Unterstützt wird die Maßnahme von der Beag Agrar GmbH, die die Abfuhr und Entsorgung des Mahdgutes übernimmt.

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