8. Dezember 2021
Eisenach

Keine Gelder für Besuchermagnet Schloss Altenstein

Bad Liebensteins Bürgermeister wendet sich an Minister Hoff

Sanierungsarbeiten des Schlosses Altenstein gehen stets nur in kleinen Schritten voran. (Foto: Tobias Kromke)

Lange haben Stadt, Bürgerinnen und Bürger, Förderer und Fans von Schloss Altenstein auf einen Geldsegen für das 1982 bis auf die Außenmauern abgebrannte Schloss Altenstein gewartet. Mangels finanzieller Ausstattung der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (STSG) gingen in den vergangenen Jahren die Sanierungsarbeiten stets nur in kleinen Schritten voran. Nun können dank des sogenannten Sonderinvestitionsprogramms in den nächsten Jahren 200 Millionen Euro in zahlreiche Thüringer Schlossanlagen fließen. 13 Millionen wären notwendig, um Schloss Altenstein und das Umfeld in den nächsten Jahren fertigzustellen. Doch nach aktuellem Stand sollen in die Anlage, die 2021 ein Besuchermagnet und ein Aushängeschild des Thüringentourismus war, keine Gelder fließen. Nun hat sich Bad Liebenstein Bürgermeister Dr. Michael Brodführer in einem offenen Brief an den zuständigen Minister Hoff gewandt und ihn aufgefordert, die Angelegenheit zur „Chefsache“ zu machen.

 

Dr. Michael Brodführer, Bürgermeister der Stadt Bad Liebenstein, äußert sich kritisch zum derzeitigen Umsetzungsstand der Sanierungsinvestition und wendet sich an den zuständigen Minister Hoff.

So habe die Baukommission Schloss Altenstein im Sonderinvestitionsprogramm vorerst gar nicht berücksichtigt, obwohl spezifische Planungen für eine zügige Umsetzung vorliegen würden.

Geschichte von Schloss Altenstein

Im Februar 1982 wurde Schloss Altenstein bei einem verheerenden Brand im Inneren weitestgehend zerstört. Trotz einzelner Maßnahmen der Stiftung, begleitet von ehrenwertem bürgerschaftlichem Engagement, war es in den zurückliegenden vier Jahrzehnten nicht gelungen, das Schloss vollumfänglich zu sanieren. Die Begründung lag stets in dem Argument, dass die finanziellen Mittel nicht ausreichend zur Verfügung stünden. Mit dem Sonderinvestitionsprogramm, in welchem Bund und Land insgesamt 200 Millionen Euro für die Liegenschaften der Stiftung zur Verfügung stellen, war die Erwartung verbunden, dass Schloss und Schlossumfeld in den nächsten Jahren fertig saniert werden.

Die Stiftung hatte dazu bei der Vorstellung des Masterplanes in der Sitzung des Kommunalen Arbeitskreises am 21. Juni 2021 den Investitionsbedarf auf 13 Millionen Euro beziffert, um das Projekt in Gänze abschließen zu können.
Die Notwendigkeit der Investitionen wurde bereits im Juli in einer Pressemitteilung begründet.
Man beschrieb die Schwerpunkte der Renovierung. Vor allem der Innenausbau, die Sanierung des historischen Küchenbaus, der Terrassen und die Sicherung der benachbarten Bergfriedruine stünden im Vordergrund.

Beliebter BUGA-Standort

Dementsprechend sei die Entscheidung der Baukommission, nun keine Mittel zur Verfügung zu stellen, aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger sowie der kulturhistorischen und tourismuswirtschaftlichen Fachkreise nicht nachvollziehbar.
Gerade auch, da das Schloss, samt Park Altenstein, aufgrund der hochkarätigen Beetbepflanzungen besonders im Zusammenhang mit der BUGA, als eines der Highlights der Garten- und Residenzkultur Thüringens angepriesen wurde. So bestünde eine rege Hoffnung der Besucher, in den nächsten Jahren die renovierten Hallen des historischen Bauwerks bewundern zu dürfen.

Auch interessant