10. März 2017
Erfurt

Die Beinert-Schwestern und Luthers Mutter

Doppelt stark: Die Zwillingsschwestern Dr. Claudia und Nadja Beinert widmen sich in ihrem vierten historischen Roman der Mutter Martin Luthers:


„Manchmal sehe ich eine unserer Figuren in den alten Gassen herumgeistern!“ Nadja Beinert liebt es, in ihrer Wahlheimat Erfurt durch steingewordene Geschichte zu spazieren. Ihre Zwillingsschwester Claudia findet die Stadt genauso inspirierend. Die Dame dort, hat sie nicht ein wenig Ähnlichkeit mit Margarethe Luther, der Mutter Martins…?


Es sind in ihren Romanen die Frauen, die das Autorenduo faszinieren. Die aus längst vergangener Zeit, über die es bislang nicht viel zu erzählen gab. Sie holen sie aus dem Schatten der Männer ins Licht, lassen ihre Leser – zumeist Leserinnen – miterleben, wie sie immer stärker werden, an ihren Aufgaben wachsen. Ihre ersten drei historischen Romane widmeten die Beinert-Schwestern der Uta von Naumburg, nun stellen sie in „Die Mutter des Satans“ Martin Luthers Mutter in den Mittelpunkt, werfen einen sehr persönlichen, auch kritischen Blick auf den Reformator.


Ist die Handlung an sich fiktiv, halten sich die schreibenden Schwestern doch an die Geschichte. „Fünfzig Prozent der Arbeit ist Recherchetätigkeit“, weiß Claudia. Sie wollen alles genau wissen, bevor sie zu schreiben beginnen: Wie haben die Menschen gelebt, was aßen sie, wie kleideten sie sich, welche Werte warten ihnen wichtig, wie hielten sie es mit der Gottesfürchtigkeit? „Unsere Pfeiler sind die Fakten der Geschichte“, spricht Nadja Beinert über das historisch belegte Gerüst ihrer Bücher. Mit leichter Schreibhand geben sie auch komplexen Themen wie Religion oder Herrschersystemen genügend Raum. „Es muss alles lesbar sein“, erklärt Dr. Claudia Beinert, dass sie sich dafür entschieden haben, nicht die holprige Sprache des Mittelalters zu verwenden. Aber Formulierungen wie „vermochte sie“ oder „vernahm er“ lieben sie beide, die müssen sein.


Noch vor mehr als zehn Jahren konnten sich Claudia und Nadja nicht vorstellen, gemeinsam Bücher zu schreiben. Studium von Betriebswirtschaft und Internationalem Management versprachen eher sachliche Tätigkeiten. Doch die Geschichte und spannende Figuren haben sie eingeholt. Manchmal, gestehen die Zwillinge, fliegen bei der Entwicklung eines neuen Stoffes mächtig die Fetzen. Es ist harte Arbeit, bis ein Roman fertig ist. Erfüllende, geliebte Arbeit. Der nächste Roman ist längst im Entstehen, die Schwestern haben die Köpfe voller Ideen für neue Bücher, neue Figuren. Doch erst einmal gehen sie auf Lesereise.



Das Buch:



Der historische Roman „Die Mutter des Satans“, erschienen im Knaur Verlag, erzählt die Lebensgeschichte der Margarethe Luther – der Mutter Martins.


Lesungen:



15. März, 19.30 Uhr Thalia in Weimar

17. März, 19 Uhr Bibliothek im Prinzenhof Arnstadt

21. März, 19 Uhr Lutherkirche Möhra

22. März, 20 Uhr Augustinerkloster Erfurt


Weitere Infos: www. beinertschwestern.de

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