29. März 2018
Erfurt

Die größte Story der Weltgeschichte bekommt einen Neuanfang

Worte zu Ostern - "Die Liebe gewinnt"

Gott liebt das Leben. Das sehen wir in diesen Tagen. Die Natur erwacht aus der Eiseskälte. Der Frühling zeigt die Fülle des Lebens. Sonnenstrahlen wecken Blumen und Tiere. War im Garten schon der Igel unterwegs? Sonnt sich auf lila Krokusblüten schon ein bunter Schmetterling? Und die Vögel sind nicht zu überhören. Alles wird neu nach dem Grau des Winters.

Doch Ostern ist mehr als ein Blütenfest und eine Sonnenfeier. Ostern feiert das Leben. „Jesus ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!“ Das ist der alte Ostergruß, ein Bekenntnis bis heute. Jesus lebt. Die Liebe gewinnt.

„Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.“ (Johannes 3,16+17)

Jesus Christus ist von den Toten auferstanden. Die größte Story der Weltgeschichte beginnt. Was Tage zuvor in ­einer Katastrophe zu Ende ging, bekommt nun einen neuen Anfang. Das schreckliche Leiden und Sterben am Kreuz ist nicht das tragische Scheitern eines erfolglosen Propheten, sondern die Erlösung der Menschheit. Ein anderer hat unsere Schulden bezahlt. Wir sind frei von Schuld. Jesus hat dafür alles auf den Tisch gelegt, was er hatte. Er gab sein Leben und hat sich für uns aufs Kreuz legen lassen. Doch diesen ­Gekreuzigten hat Gott zu einem neuen Leben auferweckt. Das ist Ostern. Die Liebe gewinnt.

Eine Geschichte aus alten Zeiten hält mir das immer neu vor Augen. Telefone gab es noch nicht und dort in den Bergen lebten stille und einfache Menschen. „Briefe wurden bei uns nie viel geschrieben“, erklärt ein düster wirkender Mann mittleren Alters seinem Gegenüber. Beide sitzen in einem Abteil der Provinzbahn, die langsam bergauf dampft. Der Zug ist voll fröhlicher Reisender, aber hier im Abteil ist die ­Stimmung gedrückt. „Ich war viele Jahre im Gefängnis und hatte das auch verdient. Ich habe Schande über meine Familie gebracht. Doch nun bin ich frei und darf nach Hause. Aber ich kann mich nicht freuen. Scham und Schuld drücken mich noch immer. Wie ich mein altes Leben ­hasse“, sagt der Mann seinem Gegenüber. „Aber nun ­können Sie sich doch freuen!“ Aber der Mann ­murmelt: „Wollen die mich noch? Ich habe meinen Eltern geschrieben. Wenn sie mir vergeben, dann sollen sie ein weißes Band in den großen Apfelbaum binden, der am Bahndamm beim Dorfeingang steht. Fehlt das Zeichen, fahre ich einfach weiter nach ­nirgendwo. Dann habe ich kein Zuhause mehr.“ Endlich biegt die Bahn um die letzte Kurve vorm Dorf. Und jetzt ist der Blick frei aufs Elternhaus in der Ferne und den Apfelbaum nahe am Gleis. Er ist voll mit weißen Bändern.

Die Liebe hat gewonnen. Gott schmückt die Natur mit hellen Blüten. Millionen weißer Bänder umgeben uns. Gottes Liebe ist stärker als der Tod. Jeder Mensch ist neu zum Leben gerufen. Mitten in der alten Welt fängt mit dem Glauben an Jesus Christus etwas Neues an. Wo wir mit dieser Kraft anderen Hilfe und Liebe geben, erhält die Welt ein neues Gesicht. Das ist Ostern.

Gesegnete Feiertage!

Auch interessant