6. Juli 2018
Erfurt

Ein traditioneller Gruß für einen Lichtblick

Worte zum Sonntag

Schreib mal wieder!“ Das war vor Jahren ein Werbe­spruch der Post. Sicher ging es um mehr Karten, mehr Briefmarken und so gesehen ein gutes Geschäft. Aber dahinter stand auch der gute Gedanke, Menschen zu verbinden – damals im noch geteilten Deutschland.

In Zeiten allgegenwärtiger Mobiltelefone und deren Gebimmel an allen Orten wirkt die Postkarte etwas angestaubt. Doch ein traditioneller Kartengruß ist nicht altmodisch geworden. Eine prächtige Ansichtskarte aus dem Urlaub oder eine nette Spruchkarte sind originell und ein Zeichen liebevoller Aufmerksamkeit. Eine Grußkarte ins Krankenhaus oder eine Trostkarte in ein Haus, wo Trauer herrscht, kann einen Lichtblick geben und mehr: Solche Karten von eigener Hand geschrieben sind kleine Schätze, die viele gern aufbewahren. Der Apostel Paulus hat zahlreiche Briefe verfasst, genauer gesagt: einem Schreiber diktiert. Das war damals so üblich. Mit einem handschriftlichen Gruß am Ende zeigte der Apostel den Empfängern seine Wertschätzung: „Der Gruß mit meiner, des Paulus, Hand. Das ist das Zeichen in allen Briefen; so schreibe ich. Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit euch allen!“ (2.Thessalonicherbrief 3,17-18).

Wer freut sich auf einen persönlichen Kartengruß von Ihrer Hand? Wem kann ein Segenswunsch eine Hilfe sein? Wo wird eine Postkarte Freude wecken? In diesem Sinne: „Schreib mal wieder!“

Gesegnete Zeit.

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