24. März 2021
Erfurt

Erfurter Geschichte mal anders

55 Highlights im neuen Raßloff-Buch

Dr. Steffen Raßloff widmet sich in seinem Buch auf unterhaltsame Weise 55 Highlights aus der Geschichte der Stadt. Raßloff wirkt als Historiker und Publizist in Erfurt. Das Mitglied der Historischen Kommission für Thüringen hat zahlreiche Publikationen zur ­Landesgeschichte ­veröffentlicht, arbeitet auch als Kurator und Medienexperte, unter anderem für MDR und ZDF. Foto: Floeckner

Das neue Buch „Erfurt. 55 Highlights aus der ­Geschichte. Menschen, Orte und Ereignisse, die unsere Stadt bis heute prägen“ von Dr. Steffen Raßloff “ präsentiert außergewöhnliche Menschen, Orte und Ereignisse, die in Erfurt Geschichte schrieben.

Der Faustkeil spielt ­genauso eine ­Rolle wie Dom, Severi­ und Petersberg. Klangvolle ­Namen von ­Luther über Trommsdorff und Barbarossa bis Adam Ries oder Willy Brandt finden sich bei ihm ebenso wie das jüdische Erbe neben Gartenbautradition, dem falschen Prinzen oder der Bratwurst. „Ein solches Buch wollte ich immer schon ­mal ­machen“, ­gesteht Steffen Raßloff. Nicht nur, weil ihn Stadtführer und Geschichtsfreunde des Öfteren nach ­genau einem solchen Werk fragen. Sondern vielleicht auch, weil es Historiker, wie es Raßloff von ­Hause aus ist, sonst ja eher mit Fakten über Fakten zu tun haben.
Davon gibt es in seinem neuen, im Sutton Verlag ­erschienenen Buch – „Erfurt. 55 Highlights aus der ­Geschichte. Menschen, Orte und Ereignisse, die unsere Stadt bis heute prägen“ ­natürlich auch zuhauf. Aber Raßloff präsentiert sie anders als die übliche Geschichtsschreibung – auf sehr kurzweilige Art. „Das Buch ist ein Pendant zu sonstigen historischen Aufzeichnungen und Abhandlungen, sozusagen ein ­geschichtlicher Überblick in populär“, erklärt er.

Selbstverständlich erzählt der Autor auf den rund 120 Seiten die lange und wechselvolle ­Geschichte der Stadt. Er lässt ­Erfurt als Schauplatz bedeutender Begebenheiten, als Handels- und Kulturzentrum so lebendig werden, wie er herausragenden Persönlichkeiten, stolzen Bau­werken, kulturellen Höhepunkten, Institutionen und Traditionen Raum gibt.

Zwei Seiten, tolle Bilder

Jedem der 55 Kapitel widmet Steffen Raßloff zwei Seiten, versieht sie mit Bildern, von denen die meisten sein Sohn beigesteuert hat. „Es war gar nicht so einfach, sich bei der Auswahl auf 55 Highlights festzu­legen“, erinnert sich der ­Historiker an die Vorauswahl für das Buch. „Es ­hätten ­locker 200 sein können.“ Aber das entspräche dann nicht der Buchreihe, die sich von Flensburg bis Wien ­immer auf 55 mal ­Wissens- und Sehenswertes ­beschränkt.

Nun also Erfurt. „Ich ­würde mich freuen, wenn das Buch Touristen genau wie die Erfurter selbst auf Entdeckungsreise durch die Stadt gehen lässt“, hofft ­Steffen Raßloff, dass die ­Mischung aus klassischer, hintergründiger Geschichte und Unterhaltung inklusive mancher Anekdote gut angenommen wird. „Mir ist es wichtig, auch das zu erzählen, was es sonst nicht in ein Buch der Stadtgeschichte ­schafft“, sagt er. So erfährt der Leser auch von Erfurt als Bierstadt, davon, dass Bach durchaus hier ­hätte geboren werden können, von der Brooklyn Bridge und deren Erfurt-­Bezug, von der ­„Ur-Buga“ im Jahr 1865, vom Klassiker Bratwurst oder von der Sportstadt. „Ja, ich weiß, es läuft nicht so optimal – aber ich bin nun mal seit vierzig Jahren glühender Rot-Weiß-Fan“, findet auch ­Raßloffs Fußballleidenschaft ins Buch. Vor allem aber spürt der Leser Seite für Seite dessen große Leidenschaft für seine Stadt.

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