Erwachsen? Von wegen! - meinanzeiger.de
7. Oktober 2019
Erfurt

Erwachsen? Von wegen!

Kabarett "Die Arche" gibt es seit 40 Jahren

Das Erfurter Kabarett hat Geburtstag – schon das ganze Jahr feiert es seinen 40. Geburtstag.

Wenn man seinen 40. Geburtstag feiert, sollte man längst erwachsen sein. Für das Erfurter Kabarett „Die Arche“ allerdings gilt das nicht – ­jedenfalls, wenn man ­erwachsen mit fertig, gediegen, nicht mehr so frech und so herrlich vorlaut gleichsetzt. „Das hieße ja Stillstand“, weist Harald Richter, künstlerischer Leiter und ­Geschäftsführer des Kabaretts, den ­Gedanken vom ­Erwachsensein von sich. ­Fertig, so sagt er, würden sie nie, müssten sie sich doch immer neuen Herausforderungen stellen. Und das ist für sie wunderbar.

Waren es in den Anfangsjahren eher die offiziell unaussprechlichen Dinge, die wohlverpackt zwischen die Zeilen platziert werden mussten, sind heute Medienvielfalt, permanente Veränderungen um uns herum und die superschnelle Zeit des ­Kabarettisten tägliche, mächtig fordernde Begleiter.

Die „Arche“-Besatzung – von den alten Hasen bis zu den jungen Gesichtern, den Musikern, Technikern, eifrigen Bienen im Hintergrund, Gastkünstlern und dem Arche-Verein – nimmt es wie üblich mit ­Humor, präsentiert ihrem feinsinnigen Publikum mit zwei neuen ­Inszenierungen pro Jahr eine Mischung aus aktuellem, politischem Kabarett und dem kabarettistischem Erbe von Tucholsky bis Ringelnatz. In diesem, dem Jubiläumsjahr, gibt es sogar noch mehr. „Wir wollen ein paar Schlaglichter setzen, zeigen, dass es uns nach wie vor gibt und wir eine Menge Spannendes zu bieten haben“, so Richter über einen Jubiläumshöhepunkt pro Monat. 

Auch mit ihren jetzt 40 Jahren bleibt die „Arche“ jung. Im Kopf sowieso. „Aber auch sonst hat sich bei uns in den vergangenen Jahren einiges geändert“, erklärt Harald Richter. Personal wechselt, der Nachwuchs rückt nach. „Wir sind froh, dass junge Leute kommen, sie bringen so manchen neuen Blickwinkel und neue Impulse mit.“ Das, so sagt er, tue dem Haus gut. Und gutes Kabarett zu ­machen sei sowieso ein Prozess, der ständig in Bewegung sei. Wie in der „Arche“.

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