Felix Leibrocks neues Buch steht für Hoffnung und Lebenshilfe - meinanzeiger.de
5. August 2020
Erfurt

Felix Leibrocks neues Buch steht für Hoffnung und Lebenshilfe

"Wenn der Sommer kommt, tanzen die Träume"

Felix Leibrock gibt mit seinem neuen Buch behutsame ­Lebenshilfe. Foto: Floeckner

Pfarrer und Autor Felix Leibrock erzählt in seinem neuen Buch „Wenn der Sommer kommt, tanzen die Träume“ von einer jungen Frau, die sich ins Leben zurückkämpft: 

Die 18-jährige quirlige Selma sprüht vor ­Lebenslust. Das Abitur hat sie in der Tasche, endlich, den Kopf überquellend voll mit Träumen und Plänen – für den wunder­baren, vor ihr ­liegenden Sommer und für das Leben an sich. Doch ein schwerer ­Unfall ändert alles: Als die junge Frau wieder ­erwacht, ist sie blind. Um sie herum ist ­alles schwarz. Auch ihre ­Träume scheinen gestorben. Aus. Vorbei. Keine Hoffnung. Warum ist das ­Leben nur so ­ungerecht?

Das Buch „Wenn der Sommer kommt, tanzen die Träume – Eine Erzählung für Hoffende“ ist im Europaverlag ­erschienen und auch als E-Book erhältlich. Foto: Europaverlag

In seinem neuen ­Roman „Wenn der Sommer kommt, tanzen die Träume“ erzählt Felix Leibrock Selmas ­Geschichte. Dass er sich für genau dieses Szenario entschied, hat einen biografischen Hintergrund. „Als junger Mann wäre ich selbst beinahe erblindet“, gewährt der in Weimar und München ­lebende Theologe, Seelsorger und Autor Einblick in seine Vergangenheit, in eine Zeit, die von Ängsten und bangen Gedanken, aber auch von Hoffnung geprägt war. „Ich habe damals Glück gehabt“, gesteht er. Aber auch, dass ihn das Thema des Blindsein ­fortan nie wieder losgelassen hat und dieses intensive Erleben damals eine der Ursachen ­dafür ist, dass er sich für den Beruf des Pfarrers entschieden habe.

Heute leitet Felix Leibrock nicht nur das Evangelische Bildungswerk in München, er ist auch Seelsorger bei der Bayrischen Bereitschafts­polizei und widmet unzählige Stunden seiner freien Zeit Obdach­losen. Er ist einfach da, er hilft, er hört zu. „Mir ­erzählen so viele Menschen von sich, ­davon, was sie ­umtreibt, welche Sorgen sie haben. Es ist ein Schatz, ein Privileg, dass sie sich mir öffnen“, macht er immer wieder die ­Erfahrung und ist dankbar dafür. Für ­jeden von ihnen hat er einhilf­reiches Wort.

Manchmal verpackt er diese Worte auf seine typisch ­behutsame Art in einen ­Roman, eine Erzählung. Wie bei ­Selma. In seinem Buch – für das Leibrock einige Zeit mit Blinden verbrachte und dabei vieles über deren Alltag und Seelenleben erfuhr und lernte, wie er sagt – hadert das junge Mädchen mit seinem Schicksal. Woher soll sie nun noch Kraft schöpfen, worauf sich überhaupt freuen? Doch als sie eines Tages die Bewohner eines ­Seniorenheims kennenlernt, erobert sie sich Stück für Stück Antworten auf ihre ­Fragen.

Buch gibt Lebenshilfe

„Ja, es geht um Lebens­hilfe“, sagt Leibrock über ­seine Geschichte, die auch ­dafür plädiert, ältere Menschen und ihre Lebenserfahrung wieder mehr wertschätzen zu lernen. Und es geht vor allem „darum, wie man aus einer schweren Krise wieder herauskommt.“ Dabei stehe die Blindheit seiner Protagonistin symbolisch für so viele andere Arten von Schicksalsschlägen. Es können genauso ein Herzinfarkt sein, ein Trauerfall, eine Krebserkrankung, die Menschen am ­Leben zweifeln lassen.

„Die wenigsten“, so weiß es der Buchautor, „schaffen es aus eigener Kraft, da wieder herauszukommen.“ ­Familie, Freunde, auch neue Bekanntschaften hält er in einer solchen vermeintlich hoffnungslosen Lebensphase für ­immens wichtig. Auch, dass sie die richtigen Fragen stellen. „Manchmal kommt man nicht umhin, Hilfe von außen anzunehmen.“
Das Wichtigste aber sei es, selbst etwas zu tun. Wie seine ­Selma. Ihre zehn-Punkte-Liste ist etwas, das sich jeder Betroffene durchaus zum Lebensmotto machen könnte. „Hol dir dein Leben zurück“, heißt es da etwa. Oder „Vergleiche dich nicht mit anderen“. Auch wichtig: „Denke nicht immerzu über Schuld, die ­Ungerechtigkeit der Welt und das Schicksal nach.“ „Im Fazit geht es darum, die schwarze Wand vor sich einzureißen. Oder durch sie hindurchzugehen“, bringt es Felix ­Leibrock auf den Punkt. ­Genau wie ­Selma. Dann ­nämlich kehren auch die Träume zurück.

 

Lesungen:

14. August, 18 Uhr, ­Kirche Oberweimar, Karten bei Thalia Weimar, Schillerstraße 5A oder thalia.­weimar@thalia.de.

18. September, Oßmaritz

26. September, Herressen

27. September, Oelze (Katzhütte)

24. Oktober, Wutha­Farnroda

 

Weitere Infos & Termine:

www.felixleibrock.de

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