Friedenslicht erleuchtet Thüringen - meinanzeiger.de
16. Dezember 2019
Erfurt

Friedenslicht erleuchtet Thüringen

Mit dem Motto „Mut zum Frieden“ setzt die Aktion Friedenslicht aus Betlehem ein leuchtendes Zeichen für eine tolerante Gesellschaft

Von Andreas Abendroth

„Guter Gott, lass uns Licht bringen, wo es dunkel ist. Lass uns Licht bringen, wo jemand die Orientierung verloren hat. Lass uns Licht bringen, wo der Tod der Liebe erlebt wird. Lass uns Licht bringen, wo der Weg verbaut ist. Lass uns Licht bringen, wo die Richtung nicht mehr stimmt. Lass uns Licht bringen, wo das Licht der Hoffnung erloschen ist“, so die Anfangszeilen aus einem Gebet.

„Jeder weiß, wie weit ein einzelnes Licht in der Dunkelheit scheint. Dann kann man sich vorstellen, welches Licht viele Kerzen bringen. Aber Kerzen bringen nicht nur Licht. Sie sind auch ein Symbol der Hoffnung“, so der Erfurter Bischof Ulrich Neymeyr bei der Ankunft des Friedenslichtes in Thüringen.

Das Licht ist nicht nur ein österliches Zeichen, sondern das weihnachtliche Symbol schlechthin. Mit dem Entzünden und Weitergeben des Friedenslichtes erinnern wir uns an die weihnachtliche Botschaft und an unseren Auftrag, den Frieden unter den Menschen zu verwirklichen.

Seit 1986 ist es mit Hilfe des Österreichischen Rundfunks zur Tradition geworden, dass das Friedenslicht in jedem Jahr in den Wochen vor Weihnachten von einem anderen „Friedenslichtkind“ in der Geburtsgrotte Jesu entzündet wird.
Von Betlehem aus reist das Licht mit dem Flugzeug in einer explosionssicheren Lampe nach Wien. Dort wird es am dritten Adventswochenende in alle Orte Österreichs und in die meisten europäischen Länder gesandt. Züge mit dem Licht fahren über den ganzen Kontinent. Von dort aus nimmt es Einzug in die Kirchen unserer Region, in unsere Häuser und Stuben. Auch wenn in unserem Land seit mehreren Jahrzehnten Frieden Einzug gehalten hat, gibt es immer wieder Gewalt und Missgunst zwischen den Menschen.

Das Friedenslicht ist kein magischer Hokuspokus, mit dem man den Frieden herbeizaubern kann. Es erinnert die Menschen vielmehr an ihre Pflicht, sich für den Frieden, im Kleinen und im Großen, einzusetzen.

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