Gott selber eilt, weil Rettung immer eilig ist – Nicht nur zu Weihnachten - meinanzeiger.de
20. Dezember 2019
Erfurt

Gott selber eilt, weil Rettung immer eilig ist – Nicht nur zu Weihnachten

Eine (h)eilige Zeit

Mit Weihnachten verbinden wir besinnliche und geruhsame Tage. Die Hektik der vergangenen Wochen mündet in die Feiertage. So kurz vor dem Ende gönnt sich das Jahr noch eine Atempause. Ausruhen, ausspannen und abschalten. Zugleich freuen sich viele auf eine fröhliche Zeit im Kreis der Familie. Alle Jahre wieder erwarten wir Tage voller Harmonie und Frieden: Stille Nacht, heilige Nacht!

Für viele ist das Christfest eine heilige Zeit. Kerzen schaffen nicht nur roman­tische Stimmung, sondern sind ein Hinweis auf jenes Licht, das mit Jesus in die Welt gekommen ist. Es ist die alte Botschaft, die uns neu ansprechen will. Es ist die nahezu unglaubliche Nachricht: Gott kommt zur Welt. Gott kommt uns nahe, tritt ein in unser Dasein. Er wird Mensch.

Das ist das Wunder der heiligen Nacht. Im Evangelium nach Lukas lesen wir: „Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.“

Zuerst hören Hirten auf dem Felde die gute Nachricht von der Geburt des Christkindes. Gott will die Welt retten. Einfaches Volk im judäischen Hügelland, die Hirten mit ­ihren Schafen, erleben als ­erste den offenen ­Himmel. Gott wendet sich allen Menschen zu. Er beginnt bei denen, die am Rande stehen und ein armseliges Leben führen. Doch sind wir nicht alle arm dran, auch wenn wir ­anders als die Hirten in ­schönen Häusern und ­schmucken Wohnungen leben und oft reichlich Besitz angesammelt haben? Kommen nicht gerade Weihnachten die Fragen hoch: Was ist das Geheimnis des Lebens? Und was ist das Ziel? Da wird es spannend, Weihnachten wird persönlich. Die Hirten sind bewegt und bewegen sich. Sie wollen nahe bei Jesus sein. Aus der heiligen Zeit wird eine eilige Zeit.

„Und da die Engel von ­ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten unterein­ander: Lasst uns nun gehen gen Bethlehem und die Geschichte sehen, die da ­geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat. Und sie kamen eilend und fanden ­beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen.“

Engel bringen die Weihnachtsbotschaft: „Friede auf Erden.“ Gott selbst stiftet diesen Frieden und bringt uns Frieden. Und dieser Friede ist zart wie ein Neugeborenes und doch zugleich voller Kraft und Willen um groß zu werden. Das wollen die Hirten nicht verpassen. So ­gesehen ist Weihnachten nicht nur ein wichtiger Termin, ­sondern auch ein dringender. Gott ­selber eilt, weil Rettung immer eilig ist. Gott will uns geben, was wir wirklich ­brauchen. Ein neues Leben. Gott kommt als Mensch zu uns, weil er will, dass wir Menschen zu ihm kommen.

Ich kann mit Gottes Hilfe neu beginnen – geprägt von seiner Liebe, beschenkt mit seinem Frieden, begabt mit seiner Kraft. Dann können wir große und kleine ­Konflikte beenden, Nöte überwinden, anderen von unserem Reichtum abgeben. So wird diese Welt verändert. Fangen wir an, es ist eine eilige Zeit!

Allen Lesern wünschen der Allgemeine Anzeiger und ich ein gesegnetes ­Weihnachtsfest!
Egmond Prill

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