Heimatmuseum Nohra - der Vergangenheit ganz nah - meinanzeiger.de
28. Oktober 2019
Erfurt

Heimatmuseum Nohra – der Vergangenheit ganz nah

Serie: Mein Museum

Ein ehemaliges, liebevoll eingerichtetes Schul- und Wohnhaus macht im Heimatmuseum Nohra Geschichte lebendig. Sieglinde Römhild, die Leiterin des Orts-Chronistenteams, legt es den Besuchern ans Herz:

Was gibt‘s Musehenswertes?

Wir zeigen Wohngegen­stände, Hausrat und ­Utensilien, die vom Leben in unserem Dorf von den ­anfänglichen Jahr­zehnten des 19. Jahrhundertes bis etwa in die 1960er-Jahre erzählen und die von hier stammen. Das alte Gebäude in Trägerschaft der Gemeinde wurde von uns ­Ortschronisten restauriert und eingerichtet, alles ehrenamtlich und auch mit Unterstützung durch ­Spenden. Vieles haben wir im Ursprungszustand gelassen, die Stromleitungen über dem Türrahmen zum Beispiel. So ist alles noch authen­tischer. Die Räume sind wie in einem Wohnhaus gestaltet mit Wohnzimmer, Küche, Schlafzimmer, einem Raum zum Waschen und Bügeln, Büro- und Schlafzimmer, Kinderzimmer. Bis 1899 war das Haus Schulgebäude und Lehrerwohnung, bis 2002 lebte hier eine ältere Dame.


Warum führt hier kein Weg vorbei?

Es ist uns sehr wichtig, dass ­Geschichte bewahrt wird. Mit unserem Museum ­erfüllen wir die Geschichte mit Leben.


Museum zum Anfassen:

Bei uns darf alles angefasst werden, bitte mit ­Bedacht. Noch befindet sich unser Schuppen im Rohbau, den wollen wir später für thematische Veranstaltungen nutzen, durch die ist man auch ganz nah dran. Und unseren Giebel möchten wir gern ausbauen.


Außer der Reihe:

Wir zeigen hier einen Kurzfilm über die Geschichte des Ortes. Vor allem Kinder lieben ihn und gruseln sich ein bisschen dabei, wenn es um den Jungen geht, der 1792 beim Läuten der Glocke erschlagen wurde. Für Sonderausstellungen ist derzeit kein Platz, aber wenn der Schuppen fertig ist, wird das besser. Und unseren Kräutergarten vor dem Haus wollen wir auch wieder­beleben und für thematische Veranstaltungen nutzen.


Ihr liebstes Stück?

Unser rotes Sofa, das wir aus dem Rittergut Isseroda haben.


Sind auch Kinder hier ­museumsreif?

Unbedingt! Die Kleinen vom Montessori-Kinderhaus, aus der Grundschule und anderen Einrichtungen besuchen uns gern. Kinder liegen mir als ehemaliger Erzieherin sehr am Herzen und dass sie etwas von früher erfahren.


Museums-Rundgang:

Bis zu anderthalb Stunden sollte man sich Zeit nehmen. Wir machen gern Führungen, manchmal sogar in Tracht.


Museum zum Mitnehmen:

Wir haben Flyer vorrätig.


Das muss gesagt werden:

Wir wünschen uns weiter viele liebe Besucher. Manchmal treffen sich hier auch Gruppen zum Kaffeetrinken. Außerdem hoffen wir, dass wir auch mit dem neuen Bürgermeister alles so gut fortführen können und wir an einem Strang ziehen. So, wie wir das im Museum schon immer handhaben. Ansonsten lebt unser Museum von Spenden.


Infos:



Heimatmuseum Nohra
Herrenstraße 36
99 428 Nohra bei Weimar


Öffnungszeiten:
Von April bis Oktober an jedem ersten Samstag des Monats von 15 bis 17 Uhr, ansonsten nach Vereinbarung.


Kontakt:
Informationen und Terminabsprachen: Telefon 0 36 43 / 82 53 81


Mehr Museen:


Weitere Museen finden Sie auf unserer Themenseite und auf der Übersichtskarte.

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