Hilfeschrei - meinanzeiger.de
17. November 2017
Erfurt

Hilfeschrei

Lyrik & Prosa von Uta-Christine Breitenstein





Zyklus ,,Kinderaugen“ , Passio

Familien haben einen hohen moralischen Stellenwert in der menschlichen Gesellschaft. Um dieser Erwartungshaltung zu entsprechen, werden mögliche Schattenseiten meist tabuisiert. Kinder in ihrer Abhängigkeit sind oft die leidtragenden. Ich möchte mich für betroffene Kinder stark machen und ihren stummen Schrei hörbar werden lassen.


Hilfeschrei


Ein Hilfeschrei erstickt im Leid,
den niemand hören wollte.
Die Kinderaugen suchten Halt,
den niemand geben sollte.

Erwachsene mit Berührungsängsten,
und du warst nur ein Kind.
So hielten sie sich alle raus.
Und du, du warst allein
mit Menschen,
die viel größer waren
und sich nicht streiten wollten.
Voll Mitleid schauten sie dich an,
doch sagten nichts dazu.
Dann machten sie die Augen zu.
Die Zeit heilt alle Wunden.

Doch deine Wunden heilen nie
und schmerzen immer noch.
Es steht das Kind mit seinem Leid,
erstickt der Hilfeschrei.
Noch heute woll`n sie keinen Streit,
erinnern sich nicht mehr.
Und hätten ihm doch helfen können,
dem Kind im Tränenmeer.

Ähnlichkeiten mit lebenden Personen können nur rein zufällig
sein und liegen nicht im Sinne der Autorin.


Aus dem Buch von Uta-Christine Breitenstein „Kinderaugen“,
Bild: Digitale Montage, Autorin.
www.turricula-verlag-erfurt.de

Ihre
Uta-Christine Breitenstein

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