13. November 2020
Erfurt

Luise Zücker: Erfurterin als Designerin erfolgreich

Nach ihrer Zeit in New York kreiert sie jetzt ungewöhnlichen Schmuck

Heute ist die Erfurterin Luise Zücker eine erfolgreiche Designerin, ­deren Kreativität sie vor allem auffälligem Schmuck widmet. Die ­junge Frau lebt und arbeitet in Berlin. Foto: Koa Koppenhöfer

Die Erfurterin Luise Zücker ist nach einer guten und sehr kreativen Zeit als Modedesignerin in New York nun in Berlin als Designerin von auffälligem Schmuck erfolgreich.

 

Geschwungene, ­metallene und trotzdem durchaus filigrane Linien nehmen die Formen des Gesichts in sich auf, verstärken, ja entfesseln sie gar, tragen sie unübersehbar nach außen. Diese Art von Schmuck ist wohl das, was man wirklich unter „Hin­gucker“ versteht. „Ich liebe es, die Fantasie des Betrachters anzuregen, Kontraste zu kombinieren und gern auch einmal Grenzen zu überschreiten“, gesteht Luise Zücker, die seit Jahren schon Mode und vor allem diesen ungewöhn­lichen Schmuck mit Hingabe kreiert. „Headpieces“ nennt die aus Erfurt stammende und in Berlin lebende Designerin die zierenden ­Accessoires. „Der Schmuck betont in besonderer Weise das ­Gesicht“, sagt sie, sei für manche Frau eine besondere Art von Maske, vielleicht ­sogar eine Rüstung. Keine, hinter der man sich versteckt. Im Gegenteil. Bekannte­ Sängerinnen wie Ebony Bones, Zoe Wies oder Delhia de France lieben es, sich auf der Bühne mit Luise ­Zückers Kopfschmuck zu zeigen. „Ich habe ein tolles Feedback“, ist die Schmuckkünstlerin überglücklich.

ängerinnen wie Ebony Bones ­tragen Luise Zückers Schmuck. Foto: Sebastian Lemme

Unter ihrem Label finden sich auch klassische Stücke wie Fingerringe, Ketten oder Ohrschmuck. Ihnen allen ist eines gemein: Mit ihrer ­expressiven Formensprache lassen sie Frau ganz Frau sein, betonen sie ihre feminine Kraft, zeigen Stärke. „Jede Frau ist stark und mutig“, ist Zücker überzeugt. Sie selbst ist es unbesehen, lange schon.
Schon vor 13 Jahren wurde der Allgemeine Anzeiger auf die damals 22-Jährige aufmerksam. Im Februar 2007 ­berichteten wir über Luise Herrmann, deren Traum es war, Modedesignerin zu werden. Damals war sie mitten in der Schneiderlehre, außerdem in einem Kurs der Kunst- und Designschule Imago und in der Bewerbungsphase für ihr Modedesignstudium in Hamburg. „Und es hat geklappt“, berichtet eine mittlerweile sehr erfolgreiche Luise über ihren Weg, der mit dem Studium begann. ­Inzwischen nennt sie sich als ­Designerin „Zücker“ mit Nachnamen. „Der Mädchen­name meiner ­Mutter“, sagt sie erklärend.

Luise in New York

Bereits in ihrem ersten Studiensemester durfte Luise zu einem zweimonatigen Praktikum nach New York. „Dort durfte ich mich total einbringen und drei Outfits entwerfen, die dann zur Fashion Week gezeigt wurden“, spricht sie von einen gelungenen Start in die Modewelt. Zu ihrer Liebe zu selbstkreierter Kleidung kam schnell eine neue Leidenschaft hinzu: „Ich hatte mich in New York verliebt“, gesteht Luise. Kein Wunder, dass es sie später, nach ihrem Abschluss als ­Bachelor, wieder in die Metropole zog. „Zwei Jahre habe ich dort gearbeitet und mich sehr wohl ­gefühlt“, spricht sie von einer inspirierenden, produktiven, aber auch aufwendigen, schnelllebigen Zeit. „Es ist immer Hektik, alles muss schnell gehen, wenn im Jahr vier Kollektionen entworfen werden müssen.“ Dazu ist jeder Arbeitstag mindestens zwölf Stunden lang, Urlaub gibt es fast gar nicht. Und Familie und Freunde sind so weit weg. Auf Dauer ist das nichts für Luise. Sie kommt zurück nach Deutschland, nach Berlin, studiert an der Kunsthochschule, macht ihren Master. „Nach all den Erfahrungen ist man plötzlich ganz anders dankbar für diese tollen Möglichkeiten in der Heimat“, ­erinnert sie sich an das Auf­atmen und das kreative Luftholen. Dass es sie auch heute regelmäßig zu Besuchen nach Thüringen zieht, zu Familie und Freunden, gehört auch zum Gefühl von Zuhausesein.

Inzwischen hat die Designerin der Mode zwar nicht ganz den ­Rücken gekehrt. Für einzelne Projekte entwirft sie ihre Stücke, mehr die künstlerisch-experimentellen. Manches davon war schon im Fern­sehen zu sehen, bei „Germanys next Topmodel“ etwa. Doch seit fünf Jahren gehört ihre große Liebe dem Schmuck, den sie in ihrer Wahlheimat Berlin entwirft. „Der ist zeitloser als Mode“, sagt sie. Manchmal trägt sie ihn auch selbst. Und fühlt sich damit voller Kraft, besonders feminin und für ­alles gerüstet.

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