16. März 2019
Erfurt

Mobbing

Lyrik & Prosa von Uta-Christine Breitenstein

Das Leben.
Aus dem Zyklus ,,Dem Bösen auf der Spur“.

Wo Menschen sich gruppieren, besteht das Risiko, dass es zu Attacken gegen eine einzelne Person kommt, die nicht der Norm der Gruppe entspricht.
Der schwedische Arzt Peter-Paul Heinemann prägte 1969 den Begriff Mobbing für dieses Phänomen bei Menschen (1).
Wissenschaftlich sieht der österreichische Psychologe Werner Stangl im Täter Motiv das Streben nach Status und Zuwendung. Er vertritt die Auffassung, dass die Täter die Opfer zu dominieren versuchen, um zumindest aus subjektiver Sicht, einen höheren Status zu erreichen (2).
Mobbing, die Opfer werden wiederholt gedemütigt, schikaniert, isoliert, ist strafrechtlich geregelt. Die damit einhergehende anhaltende seelisch und/oder körperlich Misshandlung eines einzelnen Menschen, macht diesen krank. Nicht selten kämpfen Opfer von Mobbing ein Leben lang mit den posttraumatischen Folgen. Gerade diejenigen, die Täter und Opfer waren, demzufolge beide Seiten des Mobbing kennen, neigen aufgrund ihrer Erfahrung verstärkt zu Angststörungen. Eine amerikanische Studie, auf die ich mich beziehe, belegt weiter, dass jene, die ausschließlich Täter waren, ein sehr hohes Risiko für die Entwicklung einer antisozialen Persönlichkeitsstörung in sich tragen (3).
Laut PISA-Studie ist fast jeder sechste 15-jährige in Deutschland regelmäßig Opfer von erheblichen körperlichen oder seelischen Misshandlungen durch Mitschüler (4).
Mobbing kennt keine Altersbegrenzung, noch reduziert es sich auf die Schule und den Arbeitsplatz. Auch im privaten Bereich, der Familie und in Wohngemeinschaften, gibt es solch menschliches Fehlverhalten. Weitere Beispiele sind Heime, Vereine und Gefängnisse (5). In letzteren gibt es einen besonders hohen Prozentsatz an Insassen mit antisozialer Persönlichkeitsstörung.

Der Mob


Der Mob mobbt.
Und du machst mit?
Du machst mit.
Und du denkst dir nichts dabei?
Du denkst dir nichts dabei.
Du weißt, dass du schlimmes tust?
Du richtest Schlimmes an.

Der Mob mobbt wieder.
Er mobbt auf einmal dich?
Plötzlich bist du das Opfer.
Es tut weh.
Du stehst ganz alleine da.
Du erinnerst dich?
Jetzt begreifst du dein Tun.



Ein persönlicher Bezug zu einer real existierenden Person kann nur rein zufällig sein und ist von der Autorin unbeabsichtigt.

Bild: Digitale Montage, Verwendung kommerziell nutzbarer Elemente, Autorin.
Literaturnachweis:
(1) Peter-Paul Heinemann: Mobbning – gruppvåld bland barn och vuxna. Natur och kultur, Stockholm 1972, ISBN 91-27-17640-1
(2) Stangl, W. (2019). MOBBING. [werner stangl]s arbeitsblätter.
WWW: https://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/MOBBING/ (2019-03-13).
(3) http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/mobbing-betroffene-leiden-noch-jahre-spaeter-an-psychischen-folgen-a-884981.html (22.02.2013)
(4) Süddeutschen Zeitung, PISA-Studie (19. April 2017)
(5) Mobbing Wikipedia (Stand vom 19. Februar 2019)


Ihre
Uta-Christine Breitenstein


Meine Bücher finden Sie
unter
www.turricula-verlag-erfurt.de

Auch interessant