12. Juni 2020
Erfurt

Musik für die Augen – gemalt von Giselle Guanaes

Serie Thüringer Künstler

In ihren Bildern geht es meist sehr farbenfroh und plakativ zu. Immer wieder findet man bei Giselle Guanaes auch Motive aus ihrer südamerikanischen Heimat wieder. Foto: Giselle Guanaes

Die aus Brasilien stammende Malerin Giselle Guanaes ist seit 1992 mit Leib und Seele Thüringerin und liebt es vor allem farbenfroh.

 

Endlich wieder zu Hause“, ist Giselle Guanaes jedes Mal überglücklich, wenn sie von einer Reise zurückkehrt. Zu Hause – das ist bei der aus Rio de Janeiro stammenden Malerin seit fast 30 Jahren Erfurt.

Giselle Guanaes Foto: privat

Thüringerin ist sie seitdem mit Leib und Seele, obwohl die temperamentvolle, ­quirlige Künstlerin ihre südamerikanische Herkunft nicht verleugnen kann: Vor allem farbenfroh geht es in ihren Bildern zu. „Ich rede mit Hilfe von Farben, das ist mein Temperament“, sagt sie und steckt im Nu jeden um sie herum mit ihrer Fröhlichkeit an. Farben, so fügt sie hinzu, seien ganz wichtig, vermittelten sie doch die pure Lebensfreude. Mehr noch, sie können Menschen motivieren, Gutes ­bewirken, Schwingungen ­erzeugen.

Schön bunt & plakativ

Ihre mit Acrylfarben auf Leinwand gemalten Bilder oder ihre Collagen sind wie Musik, nur in ­gemalter Form. Da darf es, nein, muss es nach Guanaes-Art am besten ­immer schön groß und plakativ sein. Als Kind in eine Künstlerfamilie hineingeboren, erhielt Giselle schon als Kind Tag für Tag Inspirationen von Mutter, Großmutter und Onkel. Professor Alexandrow von der Kunstakademie Rio de Janeiro sorgte für ihre erste künstlerische Ausbildung. Nachdem sie 1986 Psychologie studiert hatte, entschied sich Guanaes doch endgültig für die Kunst. Es zog sie 1989 nach Italien, Portugal und Spanien. Dort setzte sie ihre Ausbildung in der Malerei fort. Schwerpunkt war die Ausbildung für Sprache, Malerei und spanische Kunstgeschichte am Prado-Museo in Madrid mit dem Institut International ­Samperez.

Der Liebe wegen zog es die junge Künstlerin nach Deutschland, seit 1992 ist nun ­Erfurt ihr Zuhause. „Mein ­Lebensmittelpunkt, der Ort meiner künstlerischen Kreativität“, sagt sie. Hier sind all ihre guten Werke entstanden, hier leitete sie auch mehrere Kunstprojekte im Auftrag der Universität.

Bislang hatte Giselle ­Guanaes über 100 Ausstellungen in Deutschland und Belgien, unter anderem in Bayreuth. Einige Werke befinden sich im Besitz des Museums in Hohenfelden, im Volkswagen-Museum in Wolfsburg und in der Universität Erfurt. Im Jahr 2012 gewann die Künstlerin einen Wettbewerb an der Bauhausuniversität Weimar. In diesem Jahr wird es Ausstellungen mit ihren Werken in Bratislava und in Brüssel ­geben. Eine Herzenssache ist ihr auch ihre „Kunstfabrik“, in der sie seit 2008 mit Erfurter Grundschülern spannende Kunstprojekte umsetzt. Ganz sicher geht es auch da immer sehr farbenfroh zu.

 

Kontakt:

www.giselleguanaes.be und über Facebook

 

Weitere Künstler in Thüringen:

www.meinAnzeiger.de/kuenstlerthueringens

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