24. März 2017
Erfurt

Nazi-Aufkleber und Linksfaschisten

Gestern bekam ich einen recht interessanten Artikel zu lesen, in dem es darum ging, dass diverse Fahrzeuge und Laternenmasten mit „Nazi-Aufklebern“ versehen wurden. Man sprach von „massenweise rechter Propaganda“ und „Nazi-Parolen“, räumte aber gleichzeitig ein, dass dies unter das Recht der freien Meinungsäußerung fällt. „I love Hitler“ und „Nafris not welcome“ prangte auf mancher Heckklappe oder an Laternes stahlröhrener Säule. Die mit dem unerlaubten Aufkleben erfolgte Sachbeschädigung kann strafrechtlich verfolgt werden. Ist ja auch irgendwie asozial, fremdes Eigentum derart zu verunglimpfen. Zu jenem Hitler huldigenden Klebezettel empfinde ich klare Ablehnung. Was aber ist mit „Nafris not welcome“? Der Begriff des Nafri ist ein Arbeitskürzel der Polizeikräfte. „Nafris“ sind demnach „Tatverdächtige“ aus Ägypten, Algerien, Libanon, Libyen, Marokko, Syrien und Tunesien – sprich: Nordafrika – im Alter von 15 bis 25 Jahren, die vor allem in belebten Innenstadtbereichen Straftaten begehen.
So lautet es in einem internen LKA-Bericht, entnommen aus dem Kölner „Express“.
Es handelt sich also um eine einen Täterkreis kennzeichnende Wortkreation, die durch praktische Erfahrungen aus dem Polizeialltag untermauert wird, sie schuf nicht Fremdenhass sondern nüchterne Einsatzroutine.
„Nafris not welcome“ ist also, anders als in einer renommierten Thüringer Tageszeitung dargestellt, keine faschistoide Parole oder Nazipropaganda.


Ebenfalls gestern begegnete mir auf dem Heimweg ein sonderlich bunt verzierter Laternenpfahl, dessen Etikettierung sich bei näherer Betrachtung um… huch! – linksfaschistisches und linksradikales Gedankengut entpuppte!
Dort stand auf zahlreichen stickers geschrieben: „Volkstrauertag abschaffen!“, darauf zu sehen: Tränen abwerfende Bomber über einem Mahnmal. Auch andere, wenig von großem Geist zeugende, Slogans waren zu lesen: „Nie wieder Auschwitz, nie wieder Deutschland!“, „Deutschland verrecke!“, „I love Volkstod“ und „Antifa heißt Angriff!“. Soso, die Antifa. Da fallen mir gleich mehrere Analogien zur SA ein.
Was ist mit deren öffentlicher Hetze? Wo ist die Empörung der Bürger an dieser Stelle, wenn eine Gruppierung gewaltbereiter und zur Gewalt aufrufender Personen unverblümt des Volkes Tod herbeisehnt und zum munteren Steinewerfen auf Polizeibeamte aufruft? Mit der Forderung nach der Abschaffung des Volkstrauertages will sich die Antifa angeblich gegen das „Heldengedenken der Nazis“ stemmen. Wie pervertiert diese Gedankengänge angesichts der Bombardierung Dresdens, bei der fast eine Viertelmillionen Menschen jämmerlich starben (um nur ein populäres Beispiel zu nennen) sind, ist den linksautonomen Antideutschen, so könnte man ihnen wohlwollend unterstellen, vermutlich gar nicht bewusst. In jener Bombennacht nämlich hat nicht das „Gute“ das „Böse“ vollends ausgelöscht; es fanden vor allem Frauen, Kinder und Alte auf grausame Weise den Tod.

Nun gehen Sie einmal aufmerksam durch die Straße und schmökern Sie an der nächsten Fußgängerampel ruhig ein zwei Rotphasen lang. Was an den schmalen silbernen Litfasssäulen unserer Städte haftet, sind größtenteils keine Nazi-Parolen, so sehr diese auch zu verurteilen sind, sofern es sich wirklich um ebensolche handelt. Es ist eine Art von Propaganda, die keinen Deut besser ist als die ihres erklärten Gegners. Sie ist allgegenwärtig, sie ist aggressiv, denunziatorisch – und wird politisch und gesellschaftlich akzeptiert.

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