Das Jahr nicht vor dem Ende loben - meinanzeiger.de
4. Januar 2018
Erfurt

Das Jahr nicht vor dem Ende loben

Worte zum Sonntag

„Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben.“ Der Volksmund spricht eine Erfahrung und Erkenntnis aus. Erst am Ende lässt sich sagen, wie ein Tag wirklich gelaufen ist. Am Morgen und selbst am Mittag ist das noch nicht ausgemacht. Das gilt allezeit im Leben: beim Marathon, im Urlaub, bei unserer Arbeit und erst recht auf ein ganzes Jahr gesehen.

Am Ende können wir sagen, ob es ein gutes Jahr war. Aber ein Jahreslob schon nach wenigen Tagen? Wir können dieses neue Jahr schon voller Freude und Lob begrüßen, weil es Weihnachten gibt. Jesus ist zur Welt gekommen. Er will in dieser Welt bleiben. In dieser Welt voller Unrast und Unrat, voller Zorn und Zank, voller Krieg, Krisen und Katastro­phen. Und noch mehr, er gibt die Zusage: „Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“

Dieses Kind aus der ­Krippe geht durch die Tiefen menschlichen Lebens und Leidens. So ist er denen besonders nahe, die nicht auf der Sonnenseite leben. Zugleich ist er in göttlicher Vollmacht bei uns. Er kann helfen und heilen. Er wird an jenen Tagen bei uns sein, wo schon am Morgen klar ist, dass es ein schwerer Tag werden wird. Doch sind es nicht diese Zeiten, die uns wachsen und reifen lassen? Und sind es nicht solche Erfahrungen, die im Rückblick erkennen lassen: Jesus war mir nahe. Er gab Geduld, Kraft und Zuversicht. In diesem Vertrauen: Auf ein neues Jahr!

Gesegnete Zeit.

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