Germanischer Kultpfad entlang Heiligtümer der Germanen - meinanzeiger.de
23. März 2018
Erfurt

Germanischer Kultpfad entlang Heiligtümer der Germanen

Serie: Thüringen zu Fuß - W wie Weg

Über einen Zeitraum von mehr als 1000 Jahren wurden in der Region zahlreiche Tiere und Menschen den Göttern geopfert.

Über einen Zeitraum von mehr als 1000 Jahren wurden in der Region zahlreiche Tiere und Menschen den Göttern geopfert.

Der Germanische Kultpfad zeigt rund um den Hünenteich acht vorchristliche Heiligtümer der Germanen, wie sie im wenige Kilometer entfernten Opfermoor gefunden wurden. Der Tipp kommt von Manfred Großmann, Nationalparkleiter im Nationalpark Hainich.

WEG-Name:
Schaurig empfand der Römer Tacitus vor 2000 Jahren den germanischen Urwald. Damals reichte die östliche Waldgrenze des Hainichs bis an die heutigen Dörfer Langula, Ober- und Niederdorla heran. Von 1957 bis 1964 wurde hier das „Opfermoor Niederdorla“ ausgegraben – eine der bedeutendsten Kultstätten. Über einen Zeitraum von mehr als 1000 Jahren wurden hier zahlreiche Tiere und Menschen den Göttern geopfert.

WEG-Einstimmung: Direkt am Ausgangspunkt befindet sich eine Infotafel.

WEG zum Weg: Der Parkplatz Rüspelsweg, Start und Ziel des zwei Kilometer langen Rundwanderweges, liegt auf der Ostseite des Nationalparks, zu erreichen über Flarchheim.

WEG-Markierung: Wanderer folgen dem „Irminsul“-Symbol. Dies ist ein Weltenbaum, der den Himmel trägt.

WEG-Steigung: Der Weg ist sehr eben und grundsätzlich ganzjährig begehbar, denn es geht überwiegend auf gut befestigten Pfaden voran.

WEG-Pausen: Eine Sitzraufe auf halber Strecke lädt zur Rast ein.

WEG-Aussichten: Am Ausgangspunkt fällt der Blick ins Thüringer Becken.


Heiligtümer und Götterbilder



Interessant am WEGesrand:
Der Lehrpfad ist chronologisch angelegt und besteht aus acht Stationen. Die ersten beiden sind typisch für die aufgefundenen Heiligtümer im Opfermoor Oberdorla. Die weiteren Stationen sind gekennzeichnet durch Nachbildungen der entdeckten Götterbilder. Passiert wird ebenfall der Hünenteich, vermutlich einer von drei zur Fischzucht angelegten Teichen. Für Amphibien ist er ein wahrer Tummelplatz. Von Mai bis Juni überzieht ein Blütenteppich gelber Wasserschwertlilien den Teich.

WEG-Kreuzungen: Der Hünenteich- und Saugrabenweg teilen sich Streckenabschnitte.

WEG-Abstecher: Lohnenswert ist der Ausflug ins wenige Kilometer entfernte Opfermoor Niederdorla, wo Teile der archäologischen Funde gezeigt werden. Zudem ist hier eine Siedlung aus dem 3. Jahrhundert rekonstruiert.

WEG-Termin:
Gruppen können bei der Nationalparkverwaltung nach Führungen fragen.

WEG im Internet: www.nationalpark-hainich.de

Alle Wege unter www.meinAnzeiger.de/wandertipps

Auch interessant