RWE muss weiter hart kämpfen, ist aber wieder auf dem Weg - meinanzeiger.de
29. Januar 2018
Erfurt

RWE muss weiter hart kämpfen, ist aber wieder auf dem Weg

Kabinenpredigt Rot-Weiß Erfurt

Arand: Eine 3:1-Niederlage von Rot-Weiß in Rostock, für den Klassenerhalt müssen wohl gegen andere Gegner Punkte geholt werden. Natürlich geht es bei diesem Thema um das liebe Geld.

Heyder: Erfurt hat gut mitgespielt an der Ostsee, zeigt, dass es wieder zum Toreschießen in der Lage ist. Razeek untermauerte seine aufsteigende Form. Nicht umsonst aber steht Erfurt noch auf dem letzten Platz. Wer derzeit Wunder erwartet, liegt falsch. Positiv ist allerdings, dass die neue Führungsspitze die Kräfte und Finanzen bündelt. Die Lizenzunterlagen für die nächste Saison werden zur nächsten großen Hürde.

Arand: „Last minute“ wurden die geforderten Gelder beim DFB nachgewiesen. Fast 1,6 Millionen mussten für knapp sechs Monate bis zum Ende der Saison als Nachlizensierung auf den Tisch. Durch Bürgschaften, Sponsoren-Leistungen oder Schulden-Verzicht wurde das geschafft. Auf die Rückmeldung aus Frankfurt vom Verband sind alle gespannt. „Nach Auffassung der DFB-Zentralverwaltung ist durch die Erfüllung der Auflage zur Schließung der Liquiditätslücke die Aufrechterhaltung des Spielbetriebs bis 30. Juni 2018 gewährleistet“ sollte die Rückmeldung lauten. Aber der DFB prüft gründlich.

Heyder: Sehnsüchtig wird auf weißen Rauch aus Frankfurt gewartet, damit die Erfurter weiter planen und den Klassenerhalt angehen können. RWE rennt die Zeit davon. Heute endet die Wechselperiode, zwei Spieler sollten auf der Transferliste stehen. Ohne grünes Licht vom DFB allerdings darf Rot-Weiß keine Spieler verpflichten.

Arand: Neuverpflichtungen würden den Kader aufwerten. Allerdings kann man nur das ausgeben, was man hat. Es müssen Gehälter gezahlt werden, die sich der Verein leisten kann. Bei etlichen Vereinen sind die Spielergehälter im Vergleich zu den Einnahmen zu hoch. Ab der kommenden Saison werden zumindest die Fernsehgelder wieder höher.
Heyder: Aber sie betragen für die 2. Liga 180 Millionen, und in der 3. Liga gerade mal 12,8 Millionen Euro. Viele Auflagen sind ähnlich, der Spielbetrieb kostet ähnlich viel, Security, Versorgung – all das ist ähnlich teuer. Nur die Spieler-Gehälter steigen in der 2. Liga nochmal an. Und Vorsicht, in der Regionalliga gehen die Einnahmen zurück. Erfurt muss alles versuchen, nicht zu dort landen.

Arand: Das Durchschnaufen ist nur von kurzer Dauer, der nächste Kraftakt folgt.Bereits bis März müssen die Unterlagen für die neue Saison 2018/2019 eingereicht werden. Die Erfurter Chefetage muss wohl zweigleisig planen. Der berühmten Plan B sollte in der Schublade liegen.

Heyder: Erfurt ist wieder auf dem Weg, aber längst nicht auf der Zielgeraden. Es wird hart und steinig unterwegs. Das Team, das Emmerling geformt hat in den vergangen Wochen, hat aber das Zeug zu einen Klassenerhalt.

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