Web-Serie mit Onkel Rudi (Ulf Annel) und Kevin ( Justus Czaja) - meinanzeiger.de
17. Januar 2018
Erfurt

Web-Serie mit Onkel Rudi (Ulf Annel) und Kevin ( Justus Czaja)

Netz geht's los - Freud & Leid des Internets

Paul Markurt hat das Drehbuch für die Serie geschrieben und auch Regie geführt. Er arbeitet seit zwei Jahren als Autor

Paul Markurt hat das Drehbuch für die Serie geschrieben und auch Regie geführt. Er arbeitet seit zwei Jahren als Autor

„Zur heiteren Henne“: In der Web-Serie treffen Internetgegner Rudi und sein computeraffiner Neffe Kevin höchst vergnüglich aufeinander. Der Drehort war in Obernissa.

„Das hammer noch nie gebraucht, dein Internetz!“ Da macht Rudi dem Kevin – „der Gabi ihrer Schwester ihr Sohn“ – eine klare Ansage. Rudi ist Gastwirt und wie sein gastliches Haus „Zur heiteren Henne“ ein bisschen wie ein Überbleibsel aus vergangener Zeit. Ein Verfechter alter Tradition und von Stift und Papier. Ein Internet-Totalverweigerer. Bis, ja bis Neffe Kevin aus der großen Stadt zu ihm ins Thüringer Nirgendwo kommt. Der Teenager ist natürlich komplett vernetzt und erleidet in der internet-
losen Provinz einen Kulturschock. Kann er Onkel Rudi davon überzeugen, dass das Internet doch nicht so schlecht ist und er damit eine Menge anfangen kann…?

Wie die beiden, die anfangs völlig gegensätzliche Nutzer moderner Medien sind, sich Stück für Stück annähern und sich – ob Neuling oder erfahrener Webnutzer – kleinen und größeren Herausforderungen stellen, erzählt eine neunteilige Miniserie im Internet. Der Erfurter Autor Paul Markurt schrieb die Drehbücher für die Folgen dieser online zu sehenden MDR-Serie „Zur heiteren Henne“. Der 36-Jährige führte auch Regie bei dieser Produktion von Grown Up Films, ein Label der in Erfurt ansässigen Kinderfilm GmbH.

Es gehe vor allem um Medienkompetenzen, um deren Vermittlung, in der Familie, in unterschiedlichen Generationen, erklärt Paul Markurt das Ansinnen des Projekts. Dass es in den jeweils etwa fünfminütigen Folgen sehr direkt zugeht, ist gewollt. „Die Serie soll vor allem unterhaltsam sein, lustig, deshalb haben wir alles ziemlich zugespitzt“, spricht Paul Markurt über den Inhalt. Und mit dem Erfurter Kabarettisten, Schauspieler und Autoren Ulf Annel als Rudi und dem Berliner Jungschauspieler und Kevin-Darsteller Justus Czaja haben sie die idealen Darsteller am Start. „Ulf bringt etwas ganz Eigenes ein, er lebt seine Figur und füllt sie total aus, verändert auch mal spontan den Text oder spricht Worte extra ungewöhnlich aus“, freut sich der Regisseur über Annels Darstellungs- und Improvisationstalent. Kevin-Darsteller Justus steht ihm in nichts nach, bietet dem sehr präsenten Rudi einen coolen, cleveren Gegenpart. „Es ist eine tolle Dynamik zwischen den beiden“, schwärmt Paul Markurt. Und weiß, die kurze Drehzeit von weniger als einer Woche für alle Folgen habe den Darstellern eine Menge abverlangt.

Aber alles ist stimmig geworden, die Macher sind zufrieden. Auch mit dem Drehort, der unverwechselbaren Kulisse: Das „Gasthaus zur Eintracht“ in Obernissa bei Erfurt verwandelte sich für die Dreharbeiten in die „Heitere Henne“ und verlieh den Mini-Filmen ihren charmant-nostalgischen Charme.

Die ersten beiden Folgen (am heutigen Mittwoch kommt Nummer drei) der Web-Serie sind gut gestartet. Vor allem ist es die Generation 30 plus, die sich das Geschehen in der „Heiteren Henne“ gern ansieht, aber auch die aus der Onkel-Rudi-Generation amüsieren sich köstlich. Und vielleicht denkt der eine oder andere von ihnen ja doch einmal über die moderne Medienwelt nach und verschließt sich ihr nicht mehr ganz. „Wenn wir die Menschen unterhalten können und wir sogar eine Resonanz erzeugen, wäre das toll“, so der Autor. Kommt die Serie gut an, soll sie wohl fortgesetzt werden. „Das wäre die beste Bestätigung für unsere Arbeit.“



Immer mittwochs gibt es eine neue Folge, hier!

Auch die bereits veröffentlichten Folgen sind zu sehen: www.mdr.de, auf dem Portal Medien360G und unter #Zurheiterenhenne

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