31. Oktober 2018
Erfurt

Retro-Möbel – der Hingucker in Ihrer Wohnung

Mit einem schönen Retro-Möbelstück kann ein Raum seinen Charakter sehr verändern. Eine neutrale Einrichtung bekommt etwas Besonderes, unauffällige Möbel treten optisch zurück und überlassen das Einzelstück der Aufmerksamkeit des Betrachters.

Gleich, ob es sich bei dem Möbelstück um ein Familienerbstück oder einen sorgfältig ausgewählten und ganz auf den eigenen Geschmack abgestimmten Kauf handelt – es kommt darauf an, den Schatz am rechten Ort aufzustellen. Zum einen soll es nicht aussehen, als würde er in einem Museum stehen und nur zum Bewundern da sein, zum anderen sollte das gute Stück zur Geltung kommen und seiner Bestimmung nach genutzt werden.

Kaum jemand richtet sich komplett im Retro-Stil ein –  Retro Möbel sind zu verschieden von den heutigen Bedürfnissen. Eine Anrichte aus der Gründerzeit ist vielleicht der Hingucker, doch Schränke, Sofas und Polstersessel dazu würden einen Raum düster und schwer wirken lassen. Umgekehrt ist es mit Möbeln aus den 1950-er Jahren: leicht und zart, teilweise in Pastellfarben; das ist allein wenig praktisch, weil Stauraum fehlt.

Somit geht es zumeist darum, ein Einzelstück oder eine Möbelgruppe angemessen in Szene zu setzen. Ideal ist es, wenn genügend Platz vorhanden ist: die Essecke, der Sitzplatz am Fenster oder einfach nur eine Wand, vor der das Möbelstück aufgestellt wird. Eine Idee ist es, die Gleichförmigkeit der oftmals weißen Wand hier durch einen farbigen und/oder gemusterten Abschnitt zu unterbrechen. Kaum etwas lenkt den Blick schneller in die gewünschte Richtung. Für die Abendstunden darf eine passende Beleuchtung nicht vergessen werden, denn Licht ist einer der wichtigsten Faktoren einer gelungenen Einrichtung. Auf das Retro-Möbelstück kann ein Deckenspot ausgerichtet sein; eine stilgerechte Steh- oder Tischlampe können jedoch den außergewöhnlichen Charakter des Möbels meist besser in Szene setzen.

Handelt es sich beispielsweise um einen Tisch, können Blumen oder zurückhaltende Dekorationen helfen, kein Museumsgefühl aufkommen zu lassen und den Ort mit der restlichen Wohnung optisch zu verbinden. Ein Gemälde oder eine gute Reproduktion eines Kunstwerks, das mit dem gewählten Stil harmoniert, ist ein gutes Mittel, alles lebendiger wirken zu lassen. Auch eine Retro-Sitzecke lässt sich auf diese Weise optisch „fassen“. Selbst über den Boden ist ein Herausstellen des Lieblingsstücks gut möglich. Bei Holzböden oder Fliesen könnte ein hochwertiger Teppich eine „Insel“ bilden, zu der man sich hingezogen fühlt. Ist der Raum mit Teppichboden ausgelegt, kann eine Brücke oder ein farbig kontrastierender Läufer den Blick entsprechend lenken.

Zusammengefasst: Weniger ist mehr, überbordende Dekoration lenkt vom besonderen Charakter der Retro-Möbel eher ab. Inseln im Retro-Charakter sind einer gleichmäßigen Verteilung in der Wohnung unbedingt vorzuziehen. Dies würde optisch Unruhe schaffen und dem Charakter der Stücke nicht gerecht werden. Der Retro-Ort sollte einerseits etwas Besonderes sein, andererseits aber nicht als musealer Fremdkörper in der Wohnung erscheinen. Auch Retro Möbel vergangener Epochen wollen benutzt werden! Herausstreichen und gleichzeitiges Integrieren erfordern Fingerspitzengefühl. Licht und Farbe, das Gruppieren mehrerer Stücke oder das einfühlsame Dekorieren derselben sind Mittel, die zum  Experimentieren  einladen und jedem zur Verfügung stehen. Sei es, um den ererbten Schrank in die moderne Wohnung zu integrieren oder dem teuren Designerstück aus der Wirtschaftswunderzeit einen Ehrenplatz zu geben.

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