Selig sind die Sanft­mütigen - meinanzeiger.de
13. September 2019
Erfurt

Selig sind die Sanft­mütigen

Worte zum Sonntag

Ein abgegriffener Spruch: „Jeder denkt an sich, nur ich denke an mich.“ Doch ein Körnchen Wahrheit sagt der Satz. Mehr Wohlstand bringt mehr Selbstsucht. Gerichte und Rechts­anwälte sprechen von der Prozesswut der Deutschen. Erbstreitigkeiten trennen Familien und werden oft zu Tragödien. Mitunter sind mehrere Generationen durch solche Geschichten verfeindet.

Die Bibel gibt einen Tipp für unser Zusammenleben: „Selig sind die Sanft­mütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen.“ (Matthäus 5,5). Das ist ein Spruch aus der Bergpredigt, wo Jesus seine Vorstellungen über eine neue Welt verkündigt. Glücklich sind die Menschen, die Sanftmut leben. Sie leben selbst ruhiger und schlafen auch besser, denn sie müssen sich nicht in Selbstgerechtigkeit verlieren und in Rachegefühlen versinken.

Dabei sind die Sanft­mütigen nicht die Schwachen und Kraftlosen. Es kostet Kraft und verlangt Mut, in brenzligen Lebenslagen und heftigem Streit ruhig und sanft zu bleiben. Wir haben „Sanft-Mut“ fast aus unserem Wortschatz und unserem Denken verloren. Jesus erinnert uns an den Mut zum sanften Leben. „Sanft“ ist ein altes Wort und bedeutet: weich, angenehm und freundlich. Wir können Jesus um Kraft, Mut und Sanftmut bitten. Dann gehört uns Gottes neue Welt, die schon mitten in unserer Welt beginnt – überall dort, wo wir an andere denken und voller Mut freundlich sind.

Gesegnete Zeit.

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