18. März 2021
Erfurt

Serie Thüringer Künstler: Heute Gunther Lerz

Kunst mit Metaphern

Der Erfurter Künstler Gunther Lerz. Foto: Floeckner

Der Erfurter Künstler Gunther Lerz macht mit Malerei genauso von sich reden wie mit Projekten und hat Dante Alighieri für sich entdeckt. 

Einen Großteil seines ­Lebens verbringt­ Gunther Lerz im Atelier. „Das war schon immer so, das ist mir wichtig“, sagt der Maler, Grafiker und ­Objektkünstler, der sich seit fast 30 Jahren hauptberuflich der Kunst widmet. „Ein Weg mit allen Höhen und Tiefen“, gesteht er und erinnert sich an unzählige ­gemalte Bilder und gestaltete Objekte und auch daran, wie er 1995 die Künstlergruppe „5-Raum-Wohnung“ gründete und an deren große, zum Teil städtisch und auf ministerialer Ebene geför­derte Projekte, die die dort vereinten Künstler bis nach Amerika führten.

Auch mit anderen Projekten, wie etwa dem gemeinsam mit seinem Künstlerkollegen C. W. Olafson 2012 temporär installierten Klang­container auf dem Erfurter Domplatz, sorgt Lerz immer wieder für Aufsehen. Seine größte Leidenschaft aber ist die Malerei.

Natürlich schmerze es ihn sehr, wie in dieser schwierigen Zeit Ausstellungen und Veranstaltungen wegbrächen, Künstler kein direktes Publikum hätten, sagt er. „Ohne persönliche Kontakte geht es nicht. Kunst muss man ­sehen, riechen, anfassen.“ Doch Gunther Lerz ist keiner, der lamentiert. Er nutzt die Zeit, sich seiner Kunst noch intensiver zu widmen. Zum Beispiel so: Vor über zehn Jahren hat er Dante ­Alighieri und dessen „Göttliche Komödie“ für sich entdeckt. Gunther Lerz hatte ­immer schon ein Faible für historische Themen – und macht dieses nun in zahlreichen Bildern verschiedener Formate sichtbar.

Faszination Dante Alighieri

Sein größtes Dante-Projekt ist ­gerade im Entstehen, ein ­großes Bild aus fünf Teilen, das er „The Fight“ genannt hat. Die Szene zeigt Dante und Vergil bei der Fahrt über den Höllenfluss – und steckt voller Metaphern und Themen, die bis in die Gegenwart reichen. „Es sind manchmal schwierige Themen“, weiß der Künstler, der sich in seinen Bildern oft auch Naturphänomenen widmet. Er versucht, seine Themen den Menschen ­nahezubringen, sie zu begeistern.

Auch sonst gibt es in Lerz’ Bildern viel zu sehen – sei es in den Porträts, die er auf seine unverwechselbare, von Andy Warhol inspirierte Art malt oder die Lerz­-typischen vergoldeten Mini-Ikonen / Polaroids. Sein ­bevorzugter, selbstgebauter Malgrund ist dabei Holz, das er mit Acrylfarben bemalt, „eine moderne Farbform“, wie er sagt.

Im September würde er gern zu Dantes 700. Todestag seine Ausstellung auf Burg Creuzburg eröffnen. Ganz nach seinem unverwüstlichen Motto: „Die Kunst ist tot, es lebe die neue Kunst“.

Gunther Lerz befasst sich auch mit Dante Alighieri. Dabei entsteht gerade dieses großformatige Bild – „The Fight“.

Kontakt

Atelierhaus Vogels­garten, ­Dalbergsweg 2, 99 084 ­Erfurt. www.lerz.de, ­artainment@lerz.de.

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