Sind bequeme Hintertürchen gut? - meinanzeiger.de
27. September 2019
Erfurt

Sind bequeme Hintertürchen gut?

Worte zum Sonntag

Vornehme Villen haben eine Hintertreppe, viele Wirtshäuser ebenfalls. Über die Hintertreppe werden Waren angeliefert. Oft diente dieser Zugang dem Personal. Der Dienstboten-Eingang war oft auch der Schleichweg für feine Leute nach einem Liebesabenteuer. Wer auf der Freitreppe vorn nicht gesehen werden wollte, wählte den unsichtbaren Abgang an der Rückfront.

Solche Hintertürchen sind für uns Menschen bequem. Doch sind diese Schlupflöcher gute Wege? Ein kluger Kopf schreibt in der Bibel: „Weil das Urteil über böses Tun nicht sogleich ergeht, wird das Herz der Menschen voll Begier, Böses zu tun. Wenn ein Sünder auch hundertmal Böses tut und lange lebt, so weiß ich doch, dass es wohlgehen wird denen, die Gott fürchten.“ (Prediger 8,11). Wie das gemeint ist, sagt die Bibel auch.

Jesus trifft den Oberzöllner Zachäus. Dieser Geldeinnehmer hatte es mit Gottes Geboten nicht so genau genommen. Er hatte gelogen und betrogen. Vermutlich über die Hintertreppe hatte er sein Haus verlassen, sich auf einem Baum versteckt, um ungesehen Jesus beobachten zu können. Doch Jesus blickt durch und lädt sich selbst zum Essen bei Zachäus ein. Am Ende wird der Zöllner Zachäus vor die Leute treten, seine Schuld bekennen, die Hälfte seines Reichtums den Armen geben und Betrogenen vierfach Erstattung zahlen. Die Hintertreppe ist wieder frei – allein für Waren und Wein.

Gesegnete Zeit.

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