2. Juli 2018
Erfurt

So spannend ist’s an der Unstrut

Annel-Buch über 111 Orte, die man dort gesehen haben muss

Die Unstrut kann beruhigend sein oder auch mal ganz skurril: Vater Ulf und Tochter Juliane Annel in ihrem neuen Buch über „111 Orte an der Unstrut, die man gesehen haben muss“´. 

Wenn ein neugieriger Mensch namens Ulf Annel (Journalist und Kabarettist aus Erfurt) mit seiner fotografierenden Tochter durch die Lande fährt, entsteht meistens ein Buch. Das neue entführt an die Unstrut. Die fließt knapp 200 Kilometer durch Thüringen und Sachsen-Anhalt. An ihren Ufern fanden große Schlachten statt, eine besiegelte das Ende des Thüringer Königreiches. Darüber plaudert Ulf Annel auf amüsante Weise, Tochter Juliane sorgt mit ihren Fotos für interessante Blicke. Mit Ulf Annel im Gespräch: 


Wird die Unstrut zu wenig gewürdigt, war es an der Zeit, ihr ein ganzes Buch zu widmen?

Ja. Oder wie es eine Mühlhäuser Buchhändlerin mit frohem Seufzer sagte: „Endlich mal was wirklich über uns.“


Das Buch will verführen, heißt es im Vorwort. Verführen wozu?

Wir verführen gern ins Thüringer Land oder an Stellen in den Orten, wo Neugierige immer etwas entdecken. Selbst Einheimische sind oft erstaunt, was es in ihrer direkten Nähe zu entdecken gibt und was man darüber für interessante Geschichten erzählen kann. Diesmal ging es sogar über Thüringen hinaus.


Das Buch ist eine mächtige Fleißarbeit. Wie lange haben Sie gebraucht, alle 111 Unstrutorte zusammenzutragen?

Uns war der Fleiß gar nicht so bewusst, weil es wieder immens Spaß gemacht hat. Es ist ja nun unser fünftes Buch in der 111er-Reihe des Emons Verlages. Immer wieder staunen wir über die Schönheit unserer Heimat. Wir konnten nicht jeden Tag losfahren – jeder hat ja noch einen „richtigen“ Beruf -, so dauerte es rund ein Jahr von der Idee bis zu Manuskript- und Fotoabgabe.


Was hat Sie bei der Recherche am meisten überrascht?

Das ruhige Dahinfließen der Unstrut. Das entschleunigt mit sofortiger Erholungswirkung. Und die Vielfalt der Kulturlandschaft zwischen Eichsfeld und Saale-Unstrut-Region.


Gibt es auch Skurriles zu entdecken?

Das suchen wir geradezu. Manchmal muss man aber zu den bekannten Erstaunlichkeiten weitere Details hinzufügen, um es richtig skurril werden zu lassen. Aber der Tod als Sonnenuhr ist schon nicht so normal, auch die kleinste Bar der Welt oder der Saftbahnhof. Und dass mein Lieblingskabarettist Joachim Ringelnatz mal in Freyburg „studiert“ hat, das wussten nicht mal mehr die Freyburger.


Haben Sie alles selbst ausprobiert – vom Kanufahren über den Urlaub im Tipi bis hin zum Wandern mit Lamas oder Weinverkostung?

Nein, leider nicht, vor allem Letzteres. Man will ja die Fahrerlaubnis behalten. Aber Wein aus Zscheiplitz mitnehmen, das ja. Und mit den Lamas hatten wir eine lustige Zeit. Einiges steht jetzt auch bei uns auf der Liste „Sollte-man-noch-probieren“.


Hat die Unstrut nun bei Ihnen einen besonderen Platz im Herzen?

Ja. Und für nächstes Jahr haben wir noch eine andere Thüringer Region „im Auge“. Der Verlag hat schon zugestimmt. Und wir freuen uns. Wenn die Neugier nicht wär …

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