13. April 2018
Erfurt

Tierischer Wahlkampf in Erfurt

Thüringen ist endlich auf den Hund gekommen

Könnte man sich als Erfurter das vorstellen, dass, ausgerechnet der Hund einer Politikerin, die sich vehement für die Öffnung der EGA für die vierbeinigen Freunde des Menschen einsetzt, einen EGA-Gärtner zwickt/beißt? So eine Meldung würde momentan gleich als Wahlbeeinflussungsintervention gebrandmarkt werden. Blöd nur, wenn Familienmitglieder die eigene Kampagne niederbeißen.

Wahr daran ist, der Hund tat es vor längerer Zeit außerhalb der EGA, auf einem Areal welches vom größten Thüringer Garten genutzt wird. Wahr ist, dass die jetzige OB-Kandidatin den Hund nicht führte, sondern ihr Mann. Dumm gelaufen, aber so spielt das Leben. Das kann jedem Hundebesitzer passieren.  Deshalb spielte es auch fast keine Rolle. Alltag in Deutschland.

Brisanz bekommt die Geschichte erst durch einen Anruf der Politikerin bei einem Redakteur, der davon erfuhr. Sie sagte: „Mein Hund hat keinen EGA-Gärtner gebissen, das stimmt nicht.“ Der Redakteur war überrascht. Er hatte bis dahin gar nicht die Absicht, diese Begebenheit zu prangern. Das ist ja auch keine große Sache. Und EGA-Gärtner beißt Hund von Dauerpolitikerin, ist ja nicht geschehen.

Der Anruf beim Zeitungsmacher ist das Problem!!! Dieser wirft Fragen auf. Die Lunte war längst aus, doch die Sprengmeisterin zündelt selbst. Der EGA-Gärtner lügt nicht – das liegt der Redaktion vor. Bleibt nur noch, dass die OB-Kandidatin gar nicht weiß, dass ihr Hund den Gärtner biss. Das muss dann wohl innerfamiliär geklärt werden. Dann hätte die Berufspolitikerin unwissend nicht die Wahrheit gesagt. Freispruch!? Folge: Leinenpflicht für Hund und Mann.

Doch den Freispruch gibt es seit Bundespräsident a. D. Christian Wulff eben nur mit Nachgeschmack. Der hatte ja auch einen Journalisten angerufen, um ihn zu manipulieren. Dumm gelaufen, in beiden Fällen. Jetzt ist nur noch interessant, welche OB-Kandidatin (k)einen Hund hat und (nicht) nahe der EGA wohnt. Der Wahlkampf nimmt eine tierische Wende?

Oder, plötzlich hat kein(e) OB-Kandidat(in) mehr einen Hund. Blöd wäre, beide wären Hundehalter und müssten sich jetzt rechtfertigen. Die Wahrheit ist eben immer besser!!! Ich freue mich jedenfalls, dass wir in Thüringen endlich auf den Hund gekommen sind. Auch wenn diese Tatsache nicht wahlentscheidend ist.

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