Vergangene Zeiten wurden beim FKK- Fotoshooting wieder ganz aktuell - meinanzeiger.de
6. Juli 2018
Erfurt

Vergangene Zeiten wurden beim FKK- Fotoshooting wieder ganz aktuell

Mit der Karre an die Kiese

Die Sonne strahlt vom blauen Sommerhimmel, ein erfrischender Wind rauscht von Ost und pures Urlaubsfeeling stellt sich ein. So jüngst geschehen an einer Kiesgrube bei „Stotti“, kürzlich die Kulisse für FKK-Retroaufnahmen von Fotograf Norbert Sander für seine neues Buch der Nackedeireihe. Im Mittelpunkt stand ein Lada von 1976, heute Oldtimer und einst für DDR-Bürger heiß begehrtes Auto aus dem Freundesland Sowjetunion. Für von weiter her Angereiste war es eine ganz neue Begegnung mit Thüringer Landschaft, die sie so nicht erwartet hatten.

Maritimes Feeling versetzte in Urlaubsstimmung

„Stotti“, das ist Stotternheim, heute Ortsteil der thüringischen Landeshauptstadt. Bereits im wilden Osten waren die Kiesgruben ein Mekka der Freikörperkultur und noch heute findet man zahlreiche FKK-Liebhaber hier, im Strandbad gibt es sogar einen offiziellen FKK-Strand mit allen Annehmlichkeiten. Stotternheimer See, Luthersee, Klingesee, Alperstedter See, Schwerborner See und wie sie sonst alle noch so heißen, der Norden der Landeshauptstadt Erfurt vermittelt fast maritimes Fluidum. Zu dieser Feststellung kamen die Teilnehmer des Fotoshootings spätestens, als stilecht die Möwenschwärme über den See flogen. „Genauso wie an der Ostsee“, dieser Ausspruch war mehr als einmal zu hören.

Scheunenlautstärke und der Fuchsschwanz am Diamant

Typisch für die Gegend waren nicht nur zu DDR-Zeiten die Strandpartys in Scheunenlautstärke. Das hieß: Lada auf, Autoradio auf volle Dröhnung und los ging´s. Im Winter passierte das in den großen Scheunen der Bauernhöfe, deswegen die Bezeichnung Scheunenlautstärke. Im Sommer eben an der Kiesgrube: Ein ideales Fotomotiv beim Shooting. Aber auch so mancher Jugendtraum erfüllte sich. Ein Darsteller durfte sich nach über 30 Jahren einen Fuchsschwanz an sein Diamantfahrrad heften, mit dem er schon als Teenager gerne in der Gegend herumgesaust wäre. „Jetzt bin ich endlich wer“, so die stolze Feststellung. Der eine oder andere Darsteller mit wenigen Haaren kam dank moderner Perücken wieder zu einer ganz neuen Vokuhilafrisur. Lacher garantiert. Akrobatisch hängte sich Norbert sogar selbst mit dem Fahrrad an den Lada und fuhr ein Stück mit. Zu besten Zeiten passierte das einst mit vier Wagemutigen und war zirkusreif. Der Lada musste noch für weitere Späße herhalten. Hans aus dem Erzgebirge brachte es auf den Punkt. „Das Flair beim Shooting war fast so wie früher. Alle waren kameradschaftlich und unkompliziert, hatten Spaß, es gab gute Gespräche, leckeres Essen und die Fotoaktion war einfach super und lustig.“ Im nächsten Jahr möchte Norbert Sander vielleicht auch wieder eine thematische Fotoaktion starten, die Spaß und Abwechslung für die Teilnehmer bieten wird.

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