19. April 2021
Erfurt

Zwergelefanten im Zoopark Erfurt enthüllt 

Der Erfurter Künstler Thomas Lindner hat die Plastiken geschaffen

Foto: Thüringer Zoopark Erfurt

Erfurt. Das Erfurter Zoo-Jahr 2021 steht für eine gute Zusammenarbeit mit der Zooparkstiftung und dem Zooparkverein. Am heutigen Montagmittag wurde deshalb gemeinsam ein fertiges Projekt präsentiert und über ein zukünftiges gesprochen.

Am Rande des Besucherwegs, neben der Außenanlage des Elefantenhauses beginnt sie – eine Zeitreise zu den kleinsten Rüsseltieren der Welt: den Sizilianischen Zwergelefanten. Vor zirka 800.000 bis 100.000 Jahren kamen sie auf den Inseln Malta und Sizilien vor. Nun zog die Nachbildung einer Zwergelefanten-Familie in den Erfurter Zoopark ein. Das gemeinsame Projekt des Zooparks, der Stiftung und des Vereins konnte allerdings nur mit großzügiger Unterstützung der Thüringer Staatskanzlei sowie des Erfurter Künstlers Thomas Lindner realisiert werden. Bei der feierlichen Enthüllung der Skulpturen war außerdem unser Dezernent Matthias Bärwolff anwesend.

Die Sizilianischen Zwergelefanten sind die kleinste Elefantenart, die nach wissenschaftlichen Erkenntnissen je lebte. Ein ausgewachsener Bulle hatte eine Schulterhöhe von nicht einmal einem Meter – zum Vergleich: Elefantenbúlle Kibo im Erfurter Zoo ist fast 2,80 Meter hoch. Neugeborene waren gut 30 Zentimeter hoch – Ayoka in Erfurt zur Geburt schon 93 Zentimeter! Anatomische Besonderheiten des Skeletts lassen darauf schließen, dass diese Zwergelefanten deutlich flinker waren als ihre afrikanischen Verwandten. Es wird weiterhin davon ausgegangen, dass die Zwergelefanten eine spärliche Behaarung und relativ kleine Ohren hatten. Beides soll dem Wärmeverlust entgegenwirken. Die Lebenserwartung lag bei etwa 36 Jahren und die Tragzeit bei 314 Tagen.

„In Thomas Lindner haben wir einen Künstler gefunden, dem das Wiederherstellen des Habitus unter Zuhilfenahme von Skeletten, Skizzenanfertigungen unseres Zoopädagogen Roy Bäthe sowie eigenen Beobachtungen an unseren Elefanten sehr gut gelungen ist“, heißt es aus dem Zoopark über die Nachbildungen. Zunächst hatte der Künstler ein Metallgerüst gebaut. Dieses macht die Plastik stabil – denn schließlich ist der Zoodirektorin Dr. Dr. Sabine Merz wichtig, dass die Figuren durch Kinder bespielt werden können. Mit Styrodur wurde der Körper des Tieres modelliert. Die finale Körperoberfläche ist mit Epoxidharz gestaltet worden.

Ein neues Projekt in in diesem Jahr wird die seit 2015 geplante Aussichtsplattform oberhalb der Elefantenanlage sein. „Dank unserer Partner Stiftung und Verein kann das Projekt sogar größer geplant und umgesetzt werden, denn sie haben dafür Spenden akquiriert, weitere werden dafür gerne entgegengenommen“, wird dazu informiert. Mit der Aussichtsplattform können die Besucher über die grüne Landeshauptstadt blicken, während die Elefanten unterhalb flanieren.

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