Bund fördert Tietz-Quartier in Gera mit 5,8 Millionen Euro - meinanzeiger.de
26. Juni 2020
Gera

Bund fördert Tietz-Quartier in Gera mit 5,8 Millionen Euro

Der spätere Warenhauskonzern von Hermann Tietz (Hertie) ging aus einem 1882 auf der Sorge 23 eröffneten Weiß- und Wollwarengeschäft hervor. 1912 eröffnete der prächtige Kaufhaus-Neubau mit viel Fassadenschmuck. Der Bau wird durch ionische Säulen geprägt. Seit 2003 wartet das Kaufhaus, das nach Hertie zum Konsument- und dann zum Horten-Kaufhaus wurde, auf einen Neubeginn. (Foto: Peter Michaelis)

Das Tietz-Quartier auf der Geraer Sorge wird mit 5,8 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ gefördert. Wie die Bundestagsabgeordneten Volkmar Vogel (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat, und Elisabeth Kaiser (SPD) mitteilen, gab Bundesinnenminister Horst Seehofer die Entscheidung heute bekannt. Das Bundesprogramm ist mit insgesamt rund 75 Millionen Euro ausgestattet. Deutschlandweit werden 26 herausragende Projekte gefördert.

Elisabeth Kaiser und Volkmar Vogel machten sich gemeinsam dafür stark, dass Gera sich mit dem aussichtsreichen Projekt für das Bundesprogramm bewirbt. Auch in Berlin machten die Bundespolitiker ihren Einfluss geltend: Der Parlamentarische Staatssekretär Vogel ist Vorsitzender der Fachjury zur Auswahl der Projekte, Kaiser ist Mitglied des Gremiums. Die Stadt Gera hatte sich mit der Revitalisierung des traditionsreichen Kaufhauses um 17 Mio. Euro Bundesmittel beworben. Nach dem Königsteiner Schlüssel stünden Thüringen allerdings weniger als zwei Mio. Euro zu.

Volkmar Vogel: „Dass erneut umfassende Fördermittel des Bundes nach Gera fließen, zeigt, wie sehr der Bund wertschätzt, was hier vor Ort geplant und entwickelt wird. Der jüdische Kaufmann Oscar Tietz legte 1882 in Gera den Grundstein für den späteren Hertie Konzern. Das 1912 erbaute Kaufhaus mit seinen ionischen Säulen ist auf jeden Fall ein Kulturdenkmal mit nationaler Bedeutung. Mit der Wiederbelebung des traditionsreichen Geschäftshauses auf der Sorge knüpfen wir an die Geschichte der Stadt an.“ Dies sei keinesfalls die erste Investition des Bundes in Gera, ergänzt Vogel, der sich unter anderem auch erfolgreich für die Fördermittel zum Bau des Campus Rutheneum stark gemacht hatte. Er sagt: „Gera wird sehr gut wahrgenommen. Das merke ich auch, wenn es darum geht, Gera mit seinem „Kompetenzzentrum für autonomes Fahren“ als dezentralen Standort für das neue Mobilitätszentrum im Rennen zu halten.“

Elisabeth Kaiser und Volkmar Vogel.

Elisabeth Kaiser: „Mir geht es wie vielen Gerschen: Mein Herz hängt am ehemaligen Horten-Kaufhaus. Es wiederzubeleben, war seit vielen Jahren eines unserer wichtigsten Ziele für die Innenstadt. Denn wenn sich in diesem imposanten und geschichtsträchtigen Gebäude wieder Handel, Verwaltung oder Dienstleistungen ansiedeln, dann wertet das nicht nur die gesamte ehemalige Haupteinkaufsstraße Sorge auf, sondern setzt weitere Impulse zur Entwicklung der Innenstadt.“ Die SPD-Politikerin ergänzt: „Ich freue mich, dass Gera erneut von Bundesfördermitteln profitiert. Nach der Aufnahme in das Bundesprogramm Smart City, Fördermitteln für das Puppentheater und die Turnhalle für die Ostschule ist das nun die vierte große Summe für Gera in den letzten zwei Jahren!“

Hintergrund

Mit dem Investitionsprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ fördert der Bund investive sowie konzeptionelle Vorhaben mit besonderer nationaler bzw. internationaler Wahrnehmbarkeit, mit sehr hoher Qualität, überdurchschnittlichem Investitionsvolumen oder Projekte mit hohem Innovationspotenzial und Vorbildwirkung.

Auch interessant