31. Dezember 2021
Gera

Dem Sterben Würde geben

Qualifizierte Ehrenamtliche der Hospizbewegung Gera e. V. begleiten lebensbedrohlich Erkrankte, schwerstkranke und sterbende Menschen

Die Mitarbeiter der Hospizbewegung Gera e.V. versuchen, Sterbenden Ängste zu nehmen und für sie da zu sein. (Foto: truthseeker08 / www.pixabay.com)

Gera. Wahrscheinlich ist es die größte Furcht, die Menschen im Hinblick auf den Tod haben: Allein zu sein mit eigenen Ängsten und Gedanken über das, was gewesen ist, und all das, was sie getan oder nicht getan haben. Ein sinnbildliches Geländer für diese Treppe der Befürchtungen bilden 54 qualifizierte Ehrenamtliche der Hospizbewegung Gera e. V., von denen etwa 30 Menschen beim Sterben begleiten.

Was bringt jemanden dazu, sich freiwillig und ehrenamtlich mit dem Sterben zu beschäftigen? „Es sind Menschen, die bewusst etwas geben wollen, und zwar aus ihrem Anspruch heraus, sich im freiwilligen Engagement selbst entfalten zu können. Sie wollen ihre Zeit und persönliche Kompetenzen in die Begleitung einbringen“, sagt Heike Letsch, Koordinatorin der Hospizbewegung Gera e. V.

Die Ehrenamtlichen gehören verschiedenen Altersgruppen an und haben vielfältige soziale Hintergründe. „Zum Beispiel engagieren sich eine pensionierte Ärztin, eine ehemalige Schulleiterin, Gärtner und  Busfahrer in der Hospizbewegung“, zählt Heike Letsch auf.

Wer Sterbende begleiten möchte, muss das nicht unvorbereitet tun. Er darf an einem Qualifizierungskurs zur Vorbereitung Ehrenamtlicher für die Hospizarbeit und später an regelmäßigen Weiterbildungen sowie Supervisionen teilnehmen.

Der Ambulante Hospiz- und Palliativberatungsdienst Gera begleitet und unterstützt je nach persönlicher Lebenssituation im häuslichen Umfeld, in Kliniken, auf Palliativstationen, in stationären Hospizen. Ferner soziale, kommunale und staatliche Einrichtungen mit Wohn- und Unterkunftscharakter und andere. „Sehr oft kontaktieren uns auch Angehörige oder Nahestehende direkt, die nicht in der Nähe ihres schwerstkranken Angehörigen wohnen, ihn aber gut betreut und seelisch umsorgt wissen wollen.“

Wie lautet die Philosophie der Hospizarbeit? „Unsere Ehrenamtlichen schenken den Menschen Zeit, können auf Wünsche und Bedürfnisse eingehen. Mit ihnen können die Schwerstkranken über ihr Leben, aber auch das Sterben und damit verbundene Gefühle sprechen“, erläutert Heike Letsch.

So bestehe das Ziel der ambulanten Hospizarbeit darin, ein möglichst würdevolles und selbstbestimmtes Leben bis zum Ende zu ermöglichen sowie An- und Zugehörige zu entlasten.

Weitere Informationen
Die Hospizbewegung Gera ­erreicht man unter Telefon: 01 51/  70 53 08 82; E-Mail: info@hospiz-gera.de.

Internet: www.hospiz-gera.de

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