Die Landschaft nach der Wismut - meinanzeiger.de
24. Februar 2020
Gera

Die Landschaft nach der Wismut

In faszinierenden Aufnahmen zeigt eine Ausstellung im Museum Burg Posterstein noch bis zum 10. Mai 2020, wie sich die Landschaft des Ronneburger Reviers im Laufe der Zeit veränderte. Foto: Karl-Heinz Rothenberger

Fotografie von Karl-Heinz Rothenberger
auf Burg Posterstein

Der Landshuter Fotograf Karlheinz Rothenberger hielt von der Wismut geformte Landschaften
auf eindrucksvollen Fotografien fest.

Die Fotoausstellung, die noch bis 10. Mai auf Burg Posterstein zu sehen ist, zeigt die ehemaligen Tagebau-Orte zwanzig Jahre nach dem Ende des Uranbergbaus.

Unvoreingenommene Herangehensweise

Bis 1998 wusste Karl-Heinz Rothenberger nichts vom Uranabbau in Sachsen und Thüringen
und dessen Bedeutung für das sowjetische Atomprogramm während des Kalten Krieges im
letzten Jahrhundert.

Der Fotograf besuchte erstmals die „Wismutlandschaft“ im April 1998 im Rahmen einer Ärzte-Tagung in Gera.

Beeindruckt von der Herausforderung der Sanierung begab er sich bis Oktober 2019 insgesamt über vierzehnmal auf Exkursion, jeweils mit kundiger Führung durch einen Vertreter der Wismut GmbH.

Sein unvoreingenommener fotografischer Blick ist deshalb die Sicht von Außen auf die in ihrer
Dimension bisher einmalige Sanierung einer durch Uran-Bergbau zerstörten Landschaft.

 

Die großen Maschinen der Wismut griffen tief in die Landschaft ein. Foto: Karl-Heinz Rothenberger

Ein faustisch anmutendes Szenario

Er selbst sagt dazu: „Die komplexen Probleme, wie zum Beispiel Grundwasserveränderungen
oder der notwendig werdende Strukturwandel blieben mir eher verborgen“ und weiter „ein
faustisch anmutendes Szenario war das Ablöschen des bis 80°C heißen Abraums, die
Abtragung der als Wahrzeichen geltenden und identitätsstiftenden Kegelhalden sowie die
noch anhaltenden Sicherungsmaßnahmen der Tailings [Schlamm in Absetzbecken].“

Schwerpunkt auf Ronneburger Revier

Die ausgestellten Fotos zeigen überwiegend die Arbeiten im Ronneburger Revier.
Bildunterschriften unter den im eigenen Labor entwickelten Fotografien erklären das
Dargestellte.

Historische Informationen zum Uranerzbergbau in Thüringen und Sachsen
runden die Schau ab.

Zur Ausstellung gibt es ein Begleitprogramm.

Weitere Tipps und Informationen finden Sie unter:
http://www.burg-posterstein.de

 

Heute ist es – glücklicherweise – nur noch schwer zu glauben, wie es einmal im Ronneburger Revier ausgesehen hat. Foto: Karl-Heinz Rothenberger

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