19. August 2020
Gera

Emotionen in Glas und Pastell

Serie Thüringer Künstler: Winfried W. Wunderlich

Winfried W. Wunderlich (Foto: Privat)

Der Diplom-Designer Winfried W. Wunderlich studierte nach dem Abitur in Gera von 1972 bis 1977 an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. Seit 1977 ist er freiberuflich in Gera tätig. Für unsere Serie „Thüringer Künstler“ hat er mir folgende Fragen beantwortet:

In welcher Kunstrichtung entstehen Ihre Werke?

Ich arbeite freischaffend in den Bereichen Glaskunst in Heiß- und Kalttechniken im eigenen Glasstudio, Kunst am Bau,  Plastik, Installation,  Malerei und Grafik sowie Innenarchitektur und Architektur.

Wie entstehen Ihre Werke?

Das Material Glas übt eine besondere Faszination auf mich aus. Sicher auch wegen der handwerklichen Technologien, die teilweise über tausende Jahre unverändert geblieben sind. Feuer, Wasser, urige Werkzeuge erzeugen eine emotionale Spannung, die mich an Genesis erinnert. Seit nun 43 Jahren experimentiere ich in fast allen Heiß- und Kalttechniken. Anfangs spielte das Glas oft mit mir, heute nutze ich die verschiedenen Techniken um den Umsetzungen meiner Ideen in Glas entsprechende Assoziationen und Emotionen zu verleihen. So entstehen freigeformte Studiogläser direkt aus der Schmelze des Ofens, Gussschmelzen auf Sand wie im Alten Ägypten oder in der modernen Fusingtechnik. Dabei hat mich die zerbrechliche, filigrane Seite dieses Materials nie so richtig interessiert. Stattdessen fand ich von Anfang an die Schwere und Wuchtigkeit der Glasmasse spannend, die trotz ihrer Transparenz förmlich als Körper eine ganz eigene räumliche Ausdehnung bekommen kann. Bei malerischen Arbeiten bevorzuge ich die Pastelltechnik. Dabei entstehen meist Landschaften, diese häufig in der Natur.

 Was wollen Sie mit Ihrer Kunst ausdrücken?

Gern verwende ich in meinen Arbeiten mythologische Symboliken, sei es aus der Bibel, aus der griechischen Mythologie oder aus archaischen Wandmalereien, um gegenwärtige gesellschaftlich Vorgänge und menschliche Verhaltensmuster darzustellen. Andererseits nutze ich auch gern die farbliche Brillanz des Glases für humoristische Objekte oder Gebrauchsformen.

Woher nehmen Sie die Ideen?

Ich bin immer auf der Suche nach einem neuen Weg, meine Kreativität auszudrücken. Ich liebe die Herausforderung, etwas Neues zu schaffen. Natürlich ist die Natur eine immerwährende Inspirationsquelle. Wichtiges Thema für mich sind aber auch die gesellschaftlichen Zu- und Missstände. Politisches und soziales Engagement und Kunst sind für mich zwei Seiten einer Medaille. Ich sehe Kunstaktionen immer auch als soziale Projekte. Kunst ist ein Angebot und wenn ein Funke überspringt, passiert Auseinandersetzung, dann löst die künstlerische Arbeit eine emotionale Betroffenheit aus.

Was war Ihr größter Erfolg?

Der Deutsche Installationskunstpreis 2015.

Wo haben Sie bisher ausgestellt?

Personalausstellungen hatte ich unter anderem in Athen, Frankfurt am Main, Berlin, Dresden, Potsdam, Leipzig, Weida, Auerbach, Wertheim, Ahrenshoop, Baden-Baden, Kloster/Hiddensee, Tremosine/Italien, Immenhausen, Eschborn, Bad Klosterlausnitz, Bad Köstritz und natürlich in Gera.

Wo kann man Ihre Werke derzeit sehen?

Kontinuierlich präsent bin ich mit Objekten in der Geraer Produzentegalerie M1 und in der Galerie M.concept und Design-House Binz. In Vorbereitung ist die Teilnahme an der Art Thür 2020 Erfurt im November. Kunst am Bau von mir ist in Gera, Berlin, Düsseldorf, Potsdam, Altenburg, Königs Wusterhausen, Eisenberg, Waltershausen, Hamburg, Baden-Baden, und Heidelberg zu finden.

Kontakt

Winfried  W. Wunderlich, Am Thränitzer Berg 29, 07554 Gera

Telefon: 0365/7120785

Mail: wunderlich.w@t-online.de

Homepage:  www.kunst-glas-design.de

Tanz um das Goldene Kalb (Foto: Privat)

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