10. November 2021
Gera

Entdeckerfreuden an der Weißen Elster

Achtklässler aus Gera gewinnen für ihr Flusstagebuch eine Schlauchbootfahrt

Zur Preisübergabe stellten die Schülerinnen Mia Dieke (l.) und Lena Gubitz ihre Aktivitäten zur Projektwoche und ihr Flusstagebuch vor. (Foto: G. Zeuner)

Gera. Die Gewinner des Wettbewerbs „Entdeckerfreuden an der Weißen Elster“ sind zwei Geschwister aus Noßwitz, eine ehemalige Grundschulklasse aus Berga und die Klasse 8b der Regelschule Otto Dix in Gera. Den Wettbewerb hatte die Thüringer Landgesellschaft mbH dieses Jahr zum zweiten Mal für Kinder und Jugendliche ausgelobt. Während die Bergaer und Noßwitzer bereits ausgezeichnet wurden, haben nun auch die Geraer ihre Preise erhalten.

Die Mädchen und Jungen von Klassenlehrerin Anja Weiße hatten ein Flusstagebuch als Power-Point-Präsentation angefertigt mit den Ergebnissen ihrer Projektwoche, die Ende letzten Schuljahres die Weiße Elster zum Thema hatte. Eingang in die Dokumentation fanden Fotos und Aufzeichnungen, die von den Schülern während zweier Exkursionen entlang des Flusses zwischen Gera Untermhaus und Bad Köstritz  gemacht wurden. So wurden beispielsweise Vorkommen von Vögeln, Wassertieren und Pflanzen dokumentiert. Das Flusstagebuch enthält aber auch Maßnahmen zum Hochwasserschutz und Angaben zur chemischen und biologischen Wasserqualität.

Das Ergebnis hat die Ausrichter des Wettbewerbs überzeugt, so dass sie die Klasse 8 b dafür jetzt auszeichneten. „Von dem Inhalt war ich überrascht“, sagte Frank Schirmer von der Thüringer Landgesellschaft zur Preisübergabe. Gemeinsam mit Umweltpädagogin Susanne Mohr und Uta Röhl von der Projekt begleitenden IPU GmbH überreichte er jedem Schüler als Präsent eine Entdecker-Trinkflasche und der Klasse als Preis einen Gutschein für eine Schlauchbootfahrt auf der Weißen Elster.

Die Präsente und vor allem der Gutschein wurden mit großem Hallo aufgenommen, zumal die eigentlich zur Projektwoche geplante Bootsfahrt wetterbedingt „ins Wasser fiel“, wie die Schülerinnen Mia Dieke und Lena Gubitz bei der Preisübergabe verrieten. Die Idee für die Teilnahme an dem Wettbewerb hatte übrigens Klassenlehrerin Anja Weiße. Gemeinsam mit Bio-Lehrerein Uta Dormann konnte sie ihre Schüler zur Teilnahme überzeugen. „Und während der Exkursionen an der Weißen Elster, bei den Beobachtungen der Tiere und Pflanzen, waren unsere Schützlinge mit Begeisterung bei der Sache“, freut sich die Pädagogin.

Hintergrund

Die Thüringer Landgesellschaft ist einer der Bauherren für mehrere Vorhaben zum Hochwasserschutz und zur Gewässerentwicklung an der Weißen Elster. Um die betroffenen Anlieger aber auch die breite Bevölkerung frühzeitig über die geplanten Maßnahmen zum Hochwasserschutz und zur Gewässerentwicklung zu informieren, gibt es eine rege Öffentlichkeitsarbeit. So gab es in den vergangenen Jahren viele Gespräche oder Exkursionen vor Ort, Informationsveranstaltungen in den Anrainerkommunen und Projekttage mit Schulklassen.

Da aufgrund der Corona-Pandemie in den Jahren 2020 und 2021 die Schulprojekte nicht wie geplant durchgeführt werden konnten, wurde ein Wettbewerb für Kinder und Jugendliche mit dem Titel „Entdeckerfreuden an der Weißen Elster“ ins Leben gerufen. Der Fluss bietet mit seinen vielfältigen Eigenschaften wie Längsverlauf, Gewässerstand, Fließgeschwindigkeit, Gewässersohle, Uferbeschaffenheit, Beschattung sowie Strukturvielfalt und vorkommenden Pflanzen- und Tierarten ein weites Feld der Betrachtung. An vielen Orten wird die menschliche Einflussnahme auf die Weiße Elster und den Aueraum durch Besiedlung, Wehranlagen oder Umformung sichtbar und spürbar. Häufige Flussbesuche und die intensive Beschäftigung mit dem Fließgewässer ermöglichen es den Kindern und Jugendlichen, sich der elementaren Bedeutung der Weißen Elster mit ihrer Aue bewusst zu werden.

Der in 2020 erstmals durchgeführte Wettbewerb wurde 2021 wiederholt von der Thüringer Landgesellschaft mbH ausgelobt. Kinder mit ihren Familien, aber auch Schulklassen waren auch in diesem Jahr wieder aufgefordert, die Weiße Elster zu erkunden. Bei den angebotenen Flusswanderungen gab es Gelegenheit, Tipps für die eigene Forschertätigkeit zu bekommen. Die eigenen Erlebnisse, Gefühle und Erkenntnisse sollten dann in einem kreativen Flusstagebuch dokumentiert werden.

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