Geras Sport zwischen Zukunftswerkstatt und Workshops - Ehrenkodex zu Kinderschutz und Gewaltprävention angenommen - meinanzeiger.de
26. April 2011
Gera

Geras Sport zwischen Zukunftswerkstatt und Workshops – Ehrenkodex zu Kinderschutz und Gewaltprävention angenommen

Von Thomas Triemner

Ziemlich genau vor Jahresfrist informierten Stadtverwaltung und Stadtsportbund die Vereine über die beiden Analysen zur Situation des Sports in Gera. Ruf und Zukunft als Sportstadt stehen auf dem Spiel. Eine Strategie soll her. Am Dienstag standen nun Überlegungen der „Zukunftswerkstatt Sport“ vom 2. März als Top 8 auf der Abendordnung des Ausschusses Bildung /Sport. Der SSB widmete vor einer Woche einen größeren Teil der Informationen seinen Erörterungen und der Kooperation mit dem städtischen Fachdienst. Man habe die Kommunikation miteinander deutlich verbessert, so das Fazit beider Seiten.

Die Situation des Sports sei selbst ungeachtet rückläufiger Einwohnerzahlen stabil, nahm Dr. Rainer Willms als Präsident des Stadtsportbundes den Faden auf. In 110 Vereinen derzeit 14.642 Mitglieder zu haben und vor allem erstmals über 50 Prozent der Kinder im Alter von 7 bis 14 Jahren in Sportvereinen organisiert zu wissen, sei ein beachtlicher Erfolg. Erkennbar die Minus- Differenzen bei weiblichen Mitgliedern und jungen Erwachsenen, sowie weiterhin Zuwächse bei Älteren. Trends zu Breiten-, Gesundheits- und Individualsport bestätigte auch SSB-Vizepräsident Markus Morbach in seinem Bericht über den Workshop „Sportangebote und Wettkampfgeschehen“ vom 9. September 2010. Dessen Teilnehmer betrachteten das Angebot von Sportklassen an den Schulen positiv. Geraer Vereine haben auswärts einen guten Ruf als Veranstalter bzw. Wettkampf-Ausrichter. Aber die wirtschaftliche Lage mache es immer schwerer, Ereignisse von herausragender Bedeutung in die Stadt zu holen. Eine Schlussfolgerung heißt, daher professionelle Netzwerke für Organisation und Vermarktung zu schaffen. Zur Existenzsicherung bedarf es größerer Anstrengungen für die Gewinnung von Übungsleitern. Ein Workshop warnte vor einer Überfrachtung von Ehrenamtlichen und schätzte die Würdigungskultur als überarbeitungsbedürftig ein. In Öffentlichkeitsarbeit wurde geschult mit Blick auf Presse. Die mit elektronischen Medien blieb wieder weitgehend auf der Strecke. Die Werkstattgespräche werden ab Mai 2011 fortgesetzt. Die Jahresmitgliederversammlung des Stadtsportbundes passte dessen Satzung aktuellen Forderungen des Finanzministeriums zur Erhaltung der Gemeinnützigkeit an. Mit Manfred Seidemann (VfL 1990) und Torsten Scholz (RSC Gera) wurden weitere Vereinsvertreter für zwei Jahre in die Kommission zur Vergabe von Sportstätten und Trainingszeiten gewählt.

Korrespondierend hatte Thomas Seidel vom Fachdienst Bildung und Sport der Stadt Gera in seinem Grußwort Ergebnisse aus der Zukunftswerkstatt Sport“ angedeutet: Die gehört zur Leitdiskussion, die sich inzwischen das Motto gab „Gera ist Sportstadt.“ Beim Treffen am 2. März wurde u.a. eine Redaktionsgruppe gebildet. Künftig wird man z.B. zur Einordnung von Sportarten mit besonderer Außenwirkung oder aufstrebenden Sportarten sprechen. Das macht deutlich, nicht nur über teilnehmerstarke (Ball-)Sportarten zu reden und auch solche, die nichtolympisch aber erfolgreich und attraktiv sind, einzubeziehen. Diese Klassifizierung soll aller 4 Jahre überprüft werden. Kriterien sind die Ergebnisorientierung, hervorragende Nachwuchsarbeit und Qualität der Angebote. Nicht zu vergessen sei aber das Bemühen um Öffentlichkeitswirkung. Die besondere Aufmerksamkeit gelte Leistungszentren, wenn sie von Verbänden so definiert werden. Bedeutende Veranstaltungen, die es zu fördern gilt, können auf entsprechende Teilnehmerfelder, Zuschauer und Leistungen verweisen wie vielleicht auf Tradition und mögliche Außenwirkung. Die Stadtverwaltung will sich weiter als Dienstleister profilieren; durchaus unter dem Aspekt, den sportfreundlichen Charakter zu bewirken und als gesellschaftlichen Wert auszuprägen.

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