24. Februar 2021
Gera

„Jungsturm“-Prozess: Staatsanwaltschaft fordert Haftstrafen

Die Hooligans sollen hinter Gitter. (Symbolbild: Pixabay)

Im „Jungsturm“-Prozess vor dem Landgericht Gera hat die Staatsanwaltschaft mehrjährige Haftstrafen für die vier angeklagten Fußball-Fans gefordert. Die Männer sollten für jeweils drei bis viereinhalb Jahre ins Gefängnis, weil sie Mitglieder einer kriminellen Vereinigung seien und als solche Gewalttaten verübt hätten, sagte der Staatsanwalt am Mittwoch in seinem Plädoyer. Ausführlich begründete er, dass der sogenannte Jungsturm aus Sicht der Ermittler eine Gruppierung ist, die das Ziel hat, Straftaten zu begehen. „Die Essenz des Jungsturms ist Gewalt“, sagte er.

Durch die ihnen vorgeworfenen Taten sei das friedliche Zusammenleben in Deutschland massiv beeinträchtigt worden. Wer gegen die Fans anderer Fußballclubs innerhalb der deutschen Gesellschaftsordnung „Krieg“ führe, erkläre dieser friedlichen Gesellschaftsordnung „selbst den Krieg“, sagte der Staatsanwalt. Die Plädoyers der Verteidiger stehen noch aus.

Die Staatsanwaltschaft sieht es als erwiesen an, dass die 21 bis 29 Jahre alten Angeklagten Mitglieder des Jungsturm sind – einer Gruppierung aus dem Umfeld des FC Rot Weiß Erfurt, in der sich gewaltbereite und rechte Fußballfans gesammelt haben sollen. Als solche haben sie nach Überzeugung der Ermittler Übergriffe auf Fans des FC Carl Zeiss Jena verübt und sich mit anderen Hooligans zu Schlägereien verabredet. Die Angeklagten haben die Taten teilweise eingeräumt.

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