Mit dem Tablet in die Werkstatt - meinanzeiger.de
19. Juni 2020
Gera

Mit dem Tablet in die Werkstatt

Horsch GmbH in Ronneburg ist TOP-Ausbildungsunternehmen des Landkreises Greiz

Ausbildungsleiter Jens Keller (links) prüft anhand der Konstruktionsdaten auf dem Tablet, ob Viktor Gucal das Bauteil richtig geschweißt hat. Der Azubi im dritten Lehrjahr hat in der Ausbildung zum Konstruktionsmechaniker seine Lehrzeit verkürzt und ist aktuell in der Prüfungsvorbereitung. (Foto: IHK/Schnappauf)

„Eine Ausbildung ist für junge Leute eine gute Basis auf dem weiteren Berufsweg und für uns der beste Weg, gute Fachkräfte zu gewinnen“, sagt Jens Keller, Ausbildungsleiter bei HORSCH in Ronneburg. Der Ausbildungschef freut sich gemeinsam mit der Geschäftsführung über die Auszeichnung der IHK Ostthüringen als Top-Ausbildungsunternehmen des Landkreises Greiz. Damit werden die umfangreichen Aktivitäten des Unternehmens in der Berufsausbildung gewürdigt.

HORSCH ist Hersteller innovativer Landwirtschaftstechnik, die zu 80 Prozent weltweit exportiert werden. Von den 450 Mitarbeitern in Ronneburg sind aktuell 21 Azubis in vier verschiedenen Ausbildungsberufen tätig. Darunter sechs Konstruktionsmechaniker, acht Fertigungsmechaniker, vier Fachkräfte für Lagerlogistik und drei Verfahrensmechaniker für Beschichtungstechnik. In den vergangenen Jahren hat HORSCH die Anstrengungen in der Berufsorientierung verstärkt, um den Fachkräftenachwuchs zu sichern. Erfolgreich hat das Unternehmen am IHK-Schülercollege teilgenommen sowie an verschiedenen Berufsbildungs- und Hausmessen in Schulen. Mit mehreren Schulen der Region verbindet sie eine Partnerschaft. HORSCH bietet dort Bewerbertrainings an und unterstützt mit einem Experimentenkoffer Lehrerseminare zum Thema „Woher kommen unsere Lebensmittel?“. Auch wöchentlicher Technikunterricht in der Ronneburger Regelschule gehört zu den Angeboten. „Hier planen wir den nächsten Schritt, die Verlagerung des Unterrichts in unser Ausbildungskabinett, da es für Schüler reizvoller als der Werkraum ist“, so Keller.

Im August werden weitere acht Jugendliche bei HORSCH in Ronneburg eine Ausbildung beginnen. Sie haben bereits erfolgreich ein Betriebs-Praktikum in der Metallverarbeitung absolviert, bei dem sie Leistungswillen und Engagement gezeigt haben. Nach der Unterschrift zum Ausbildungsvertrag folgen für sie die Check-in-Tage. „Das sind gemeinsame Kennenlerntage der Azubis aller drei HORSCH Standorte“, erläutert Keller. Zur Teamfindung der Ronneburger Azubis tragen neben einem Gesundheitstag für und mit den Jugendlichen auch das jährliche Rasenbowlingturnier bei, das in diesem Jahr aufgrund von Corona leider ausfällt ebenso wie die Teilnahme am Traktorentreffen in der neuen Landschaft Ronneburg.

Auf Begeisterung bei den Jugendlichen stieß im vergangenen Jahr die Seminarreihe an der TU Chemnitz zu Vorteilen und Herausforderungen von Diversität am Arbeitsplatz. „Das Thema passt zu unserer Firmenphilosophie ‚Geht so mit anderen um, wie die anderen mit Euch umgehen sollen‘. Deshalb organisierte die Geschäftsführung diesen Workshop der TU“, blickt Keller begeistert zurück.

Ab dem zweiten Lehrjahr arbeiten bei HORSCH die Azubis direkt in den Facharbeiterteams der Produktion und erhalten zusätzliche Unterstützung von drei Mitarbeitern, die ehrenamtliche IHK-Prüfer sind. Neben den Angeboten für interne und externe Ergänzungslehrgänge sowie Lernpatenschaften ist es dem Unternehmen wichtig, Ausbildung praxisnah zu gestalten. So sind Konstruktionszeichnungen und Betriebshefte längst nicht mehr auf dem Papier, sondern auf Tablets zu finden. Nach erfolgreichem Abschluss haben alle Azubis die Chance auf einen Arbeitsplatz im Unternehmen.

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