2. November 2022
Gera

Neue Ausstellung im Haus Schulenburg

„Jüdische Architekten der Moderne und ihr Wirken in der Welt“

Los Angeles, Wohnhaus Thomas Mann, Julius Ralph Davidson im Jahr 1941 (Foto: Jean Molitor)

Das Haus Schulenburg in Gera zeigt großformatige schwarz-weiße Architekturaufnahmen des Berliner Fotografen Jean Molitor. Die Ausstellung wird am 12. November um 15:00 Uhr eröffnet.

Vom bekannten Potsdamer Einsteinturm (Erich Mendelsohn) über die Berliner Volksbühne (Oskar Kaufmann), die „Weiße Stadt“ in Berlin Reinickendorf (Bruno Ahrend) oder die ikonische Tankstelle von Arne Jacobson in Kopenhagen geht die Reise nach Tel Aviv mit seinen 4.000 Gebäuden der Moderne, weiter nach Havanna, bis zum Thomas-Mann-Haus von Julius Ralph Davidson in Los Angeles.

Architektur sichtbar machen

Viele Jüdische Architekten sind bis heute in Vergessenheit geraten. Sie wurden nach 1933 nicht nur verfolgt, sondern auch aus der Fachliteratur gestrichen. Architekten wie Erich Mendelsohn, Ossip Klarwein, Marcel Breuer oder Fred Forbat waren durch die politische Veränderung in Europa gezwungen zu emigrieren. Viele Schicksale verliefen tragisch. Oft wurden auch die jüdischen Bauherren totgeschwiegen und ihre Häuser enteignet. Es ist der Verdienst von Jean Molitor, die Werke jüdischer Architekten in vielen Ländern aufgespürt und wieder sichtbar gemacht zu haben.

Internationale Ausstellungen

Seit 2008 fotografiert Jean Molitor die Architekturmoderne des 20. Jahrhunderts in etwa 40 Ländern. Das Henry van de Velde – Museum Haus Schulenburg stellte dieses Projekt 2016 unter dem Titel „bau1haus – die Moderne in der Welt“ erstmals vor und löste damit einen spektakulären Erfolg mit 34 nationalen und 8 internationalen Einzelausstellungen sowie 6 Buchpublikationen aus.

Frau Lena Saniye Güngör (M.Sc.), Mitglied des Thüringer Landtages und Vorsitzende der Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen hält das Grußwort.

 

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