Jumpers ist Praxispartner für Schule für Heilberufe - meinanzeiger.de
13. Januar 2020
Gera

Erfolgreiche Zusammenarbeit

Jumpers ist Praxispartner für Schule für Heilberufe

Beim Projekttag im Jumpers in Gera ­wurde Parkour geübt. Dabei musste über diverse Hindernisse gesprungen werden. Foto: Zielinksi

Von Peter Zielinski

Das „Jumpers“ ist ein christlich-soziales Kinder- und Familienzentrum im Geraer Stadtteil Lusan. Jumpers steht für „Jugend mit Perspektive“. Und eine Zukunftsperspektive ­zeigen die Betreuer den Kindern im „Jumpers“. Sie ­fördern die Kreativität, die Persönlichkeitsentwicklung und die Bildung. Musik, ­Basteln, Werken, Tanzen stehen genauso auf dem Programm wie Hausaufgaben­betreuung und Lernspiele. Lisa Plaum, eine der Betreuerinnen, fasst das so ­zusammen: „Die Kinder dürfen hier laut sein, dürfen ­rennen und toben, aber pöbeln, stänkern, und sich zu kloppen, ist nicht erlaubt.“ Mit diesem Mindestmaß an Regeln fahren die Betreuer prächtig. Die Kinder lernen hier, Konflikte zu lösen und Bedürfnisse ­anzusprechen. Das habe auch sehr positive Auswirkungen bis in die Familien hinein.

Angehende Erzieher aus Gera müssen Projekt durchführen

Mit dieser Grundsituation werden nun die Schüler der Erzieher-Abschlussklasse des Bildungszentrums für medizinische Heilberufe in Gera konfrontiert. Zum Ende ihrer Ausbildung müssen sie ein Projekt von Anfang bis Ende beschreiben, planen, durchführen und dokumentieren. Keine leichte Aufgabe, denn aus Theorie im Klassenzimmer wird nun lebendiger Alltag. Und wie lebendig die Kinder sein können, erfahren die angehenden Erzieher sehr schnell. An einem Projektnachmittag werden sie in verschiedene Gruppen eingeteilt, um unter anderem mit den Kindern zu backen, ­Henna-Tattoos zu malen, Cremes herzustellen, Graffiti zu entwerfen und selbst zu sprühen, Rockmusik zu ­machen, Fußball zu spielen und Parkour zu üben. Letzteres ist eine relativ neue Sportart, in der man versuchen muss, so schnell und geschickt wie möglich über Hindernisse hinwegzuspringen. Das fordert die Erzieherschüler besonders und es gilt, Technik zu vermitteln und gleichzeitig den Spaß nicht aus den Augen zu verlieren.

Breites Ausbildungsspektrum am Bildungszentrum Gera

Gerade dieser praxisnahe Unterricht ist das ­besondere Merkmal des Bildungszentrums in Gera, in dem aber nicht nur Erzieher ausgebildet werden. Das Spektrum der Schule ­umfasst Medizinisch-technische Assistenten für Radiologie und Operations­dienst, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Kinderpfleger. Ein komplett eingerichteter OP-Saal und eine Radiologische Praxis sind da selbstverständlich. Neben den 20 ­festangestellten Lehrkräften sind auch externe Dozenten, wie Ärzte oder OP-Schwestern beschäftigt. 300 Schüler ­absolvieren derzeit ihre Ausbildung im Bildungszentrum. Zum Bedauern der Schul­leitung muss noch immer ein Schulgeld erhoben werden. „Aber da gibt es Wege, wie man das auch gut finanzieren kann. Da helfen wir jedem einzelnen Bewerber schon weiter“, so die Kontaktfrau für Bewerber Gitte Fiedler. „Am besten, man bewirbt sich schon mit seinem Zwischenzeugnis, dann hat man auch gute Chancen angenommen zu werden.“

Erfolgreicher Projekttag

Stolz können die Schüler der Abschlussklasse für ­Erzieher nach dem erfolgreichen Projekttag im „Jumpers“ in Gera sein. Es waren nicht nur die Kinder glücklich, ­sondern auch die Lehrerinnen, die diesen Projekttag ­begleitet haben. Sie werden nur gute Noten ­verteilt ­haben.

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