14. September 2021
Gera

Serie Bundestagswahl 2021: Jugend will wählen

157 Thüringer Schulen nehmen an der Juniorwahl teil – Interesse ist groß

In Vorbereitung der Juniorwahl gestalteten die Schüler aus dem eA-Kurs12 Sozialkunde am Karl-Theodor-Liebe-Gymnasium unter anderem eine Schautafel in ihrer Schule. (Foto: Andrea Götze)

„Meiner Meinung nach sind wir als Schüler sehr gut auf die Juniorwahl vorbereitet worden. Wir haben uns erst einmal das deutsche Wahlsystem angeschaut und sind dann ausführlich auf die Parteien und die von ­ihnen gestellten Kanzlerkandidat*innen eingegangen“, sagt Arwen Munk. Die Schülerin besucht die Klasse 10/3 des Karl-Theodor-Liebe-Gymnasiums in Gera.

Am Mittwoch, 22. September, ist es so weit und Arwen darf als eine von 260 Schülerinnen und Schülern der Klassen 9 bis 12 an ihrer Schule an der Juniorwahl teilnehmen – ganz wie die Erwachsenen am 26. September auch, mit den gleichen Parteien und Kandidaten. Den Termin der Juniorwahl kann jede Schule individuell festlegen.

Auf die Frage, wie sehr die Jugendlichen vor der Juniorwahl politisch interessiert waren, sagt Andrea Götze, Sozialkundelehrerin und für die Juniorwahl am Liebe-Gymnasium mit verantwortlich: „Das ist sehr unterschiedlich. Die Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen haben ja gerade erst mit ­Sozialkunde angefangen – und viele hatten bislang noch wenig mit Politik zu tun, wenn sie nicht vorher schon etwas in ihrem Elternhaus mitbekommen haben. In den 10. Klassen sind einige politisch interessiert, ­sogar sehr interessiert, andere aber wieder weniger.“

In den 9. Klassen wird eine Stunde pro Woche Sozialkunde unterrichtet, und ­Demokratie, Parteien und unser politisches System sind Teil des Unterrichts. Dabei kommt auch der Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung zum Einsatz, der die Positionen verschiedener Parteien zu vergleichen hilft. Bei den zehnten Klassen wurde das Thema im Vorfeld der Jugendwahl wiederholt. Doch selbst eine Wahl zu ­organisieren, Wahlleiter zu bestimmen und diejenigen, die die Wahlkabinen aufbauen, die Wahlzettel verteilen, die Wahl beobachten und diejenigen, die am Ende die Stimmen auszählen, also den ganzen Ablauf der Wahl selbst mitzubekommen, ist natürlich etwas ganz anderes als nur Wissen im Unterricht zu pauken. „Wir sehen die ­Juniorwahl als eine gute ­Gelegenheit, uns sowohl mit dem Ablauf einer Wahl als auch mit den deutschen Parteien näher zu beschäftigen“, betont Arwen Munk.

„Die Jugendwahl kommt bei den Schülerinnen und Schülern sehr gut an, weil sie spannend ist und Spaß macht“, sagt Andrea Götze. „Und die 16-Jährigen präferieren eindeutig eine Bundestagswahl ab 16 Jahren. Die wollen ‘richtig’ wählen.“

Das Wahlergebnis am Karl-Theodor-Liebe-Gymnasium wird zwar am Mittwoch ­ermittelt und an die zentrale Erfassungsstelle der Juniorwahl übermittelt. Bekanntgegeben wird es aber erst am Montag nach der Bundestagswahl, am 27. September – durch einen Aushang.

Hintergrund

Alle weiteren Informationen zur Juniorwahl finden Interessierte unter: www.juniorwahl.de. Den Wahl-O-Mat testen kann man unter: www.wahl-o-mat.de.

In Vorbereitung der Juniorwahl gestalteten die Schüler aus dem eA-Kurs12 Sozialkunde am Karl-Theodor-Liebe-Gymnasium unter anderem eine Schautafel in ihrer Schule. (Foto: Andrea Götze)

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