Wie viel Pfeffer ist im Pfefferkuchen, Herr Oeser? - meinanzeiger.de
23. Dezember 2016
Gera

Wie viel Pfeffer ist im Pfefferkuchen, Herr Oeser?

Die Antwort weiß Bäckermeister Daniel Oeser aus Gera.



Die Frage ist schnell beantwortet: Im Pfefferkuchen ist kein einziges Krümchen Pfeffer enthalten, dafür aber sehr viele orientalische Gewürze wie Anis, Fenchel, Ingwer, Kardamom, Macis, Koriander, Nelken, Muskat, Piment und Zimt. Diese gibt es fertig gemischt auch als Lebkuchengewürz zu kaufen.

Alle diese Gewürze wurden im Mittelalter allgemein verkürzt als Pfeffer bezeichnet. Und weil in dem Weihnachtsgebäck nun mal sehr viel „Pfeffer“ drin ist, wurde es Pfefferkuchen genannt.

Im Westen isst man Lebkuchen



Diese Bezeichnung ist vor allem im Osten Deutschlands gebräuchlich. In West- und Süddeutschland bezeichnet man das Backwerk als Lebkuchen. Dieser Name soll vom lateinischen Wort „libum“ abgeleitet sein, was so viel wie Fladen oder Kuchen bedeutet.

Im Pfeffer- oder Lebkuchenteig ist viel Süßmittel – zumeist als Honig – enthalten, dafür aber wenig Feuchtigkeit. Das macht ihn lange haltbar. Ich selbst setzte meinen Pfefferkuchenteig im Oktober an. So hat er ausreichend Ruhe. Je nach Bedarf wird er dann in der Vorweihnachtszeit verarbeitet.

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